91438 Bad Windsheim, Frankentherme

Zahlreiche Parkplätze. Allerdings ist der Weg vom Parkplatz recht weit, so dass man geneigt ist, nach einem Shuttle-Service Ausschau zu halten, insbesondere, weil es nach dem Einchecken wieder auf einen langen Weg geht. Zu ändern ist das nicht. Dem Besucher ist aber anzuraten, Taschen mit Rollen zu verwenden, wenn nicht nur ein Handtuch zu bewegen ist.

Stets von 10-22 Uhr. Bei der Begrüßung wurden wir auf unsere Nachfrage hin eingewiesen – einen schönen Aufenthalt wünschte man uns nicht. Die Abenddame war da in der Entwicklung schon weiter – sie gab uns einen schönen Abend mit auf den Weg.

Tageskarte für 21 € inkl. Nutzung von Salzsee und Solebecken - ein fairer Preis. Ab 2015 wird’s wie in vielen anderen Anlagen teurer. Für das Geld erhält der Gast eine Chipkarte, die zunächst die Drehkreuze öffnet und dann den Schrank reserviert. Am Ende trägt der Gast ein leichtes Schlüsselband, auf das auch Speis & Trank gebucht wird und – oh Wunder – über die Chipkarte zum Auschecken transferiert wird.

Das Wichtigste vorweg: Saunagäste gehen bis zum Drehkreuz hinten links. Erst dahinter befinden sich die gemeinsamen Umkleiden mit Kabinen. Die Schränke sind in der kalten Jahreszeit mit etwas mehr Bekleidung zu klein. Große Schränke sind aber ausreichend vorhanden.

Innen:  Aromabad, Finnische Sauna, Zirbensauna, Bio-Sauna, Brechelbad

Außen: Kaminofensauna, Panoramasauna, Sanarium


Das Aromabad ist nur ein solches. Die Dampfleistung ist eher mager. In der Zirbensauna und dem Brechelbad – beide eher niedertemperiert und zur Entspannung vorgesehen – nimmt der Gast live am Geschehen in der Küche teil. Jedes Flaschengeklapper etc. geht direkt ins Ohr des Ruhe suchenden Gastes. Nur ein wenig ruhiger ist es in der Bio-Sauna.


Wer in der finnischen Sauna sitzt, nimmt am ganzen Körper wahr, wenn die linke Innentür nach Außen zufällt, da der Schließer defekt ist. Ein Ruck geht durch Holz und Mensch. Wo ist der Hausmeister?


Die Kaminofensauna ist ihres Titels nicht würdig. Der Kaminofen ist eine größere Wohnzimmerattrappe mit beleuchteten Holzscheiten. Warum nicht einfach Blockhaussauna? Das wäre weniger irrlichternd. Die Panoramasauna hält was sie verspricht. Personell wäre hier ein Aufguss zu zweit angebracht …

Ein Aufgussplan hängt am Aromabad. Die Aufgüsse sind nahezu jede Stunde. Ab 18:30 kommt ein Bruch in die Regel – unverständlich zumal zu dieser Zeit auch Feierabendgäste kommen, die zu gewohnter Stunde in die Röhre schauen. Soweit die weniger guten Nachrichten. Tatsächlich sind die Aufgüsse an sich sehr gut. Alles, was wir sonst immer wieder bemängeln müssen, wird hier peinlich genau eingehalten. Allein an den Gästen muss noch gearbeitet werden. Diese klatschen hier wie anderswo und befeuern damit auch noch den Aufgießer.

Die Duschen innen und außen sind ausreichend vorhanden, allein der Wasserdruck ist nahe der Grenze des Akzeptablen. Topp: Sogar die Außenduschen haben bei Minustemperaturen nicht nur Wasser, sondern auch noch warmes Wasser. Besser geht es nicht! Innen wartet ein Tauchbecken auf Abkühlung suchende Gäste. Einen Eisspender hätten wir beim Preisniveau der Anlage erwartet. Im Außenbereich können die Gäste indes in einen wohltemperierten und einen kühlen Pool abtauchen.

 

Exkurs: Salzsee und Solebecken

Da für die Nutzung derselben ein Aufpreis von 2,50 € zu zahlen ist, soll auch darauf eingegangen werden. Der Weg dorthin ist recht lang und im Winter ohne Handtuch/Bademantel recht kalt – besonders auf dem Rückweg. Das Chiparmband wird an jedem Drehkreuz abverlangt – ob man rein oder raus will. Es empfiehlt sich wohl zuerst den Salzsee zu besuchen und erst dann das Solebecken. Der Salzsee ist deutlich kälter. Der See selbst und das Solebecken sind den Aufpreis auf jeden Fall wert. Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte die Möglichkeit nicht ausschlagen. Eine Reise ans Tote Meer ist deutlich teurer.

Insgesamt 4 Ruheräume stehen zur Auswahl. Wir hatten uns für den unteren nahe des Bistros entschieden. Dort war es zwar schön, aber zum Lesen viel zu dunkel. Oben im Kaminzimmer sind die Lichtverhältnisse schon besser, aber auch nicht ideal. Leser sollten in den hinteren Ruheraum im Ruhehaus im Außenbereich gehen. Dort wird super ausgeleuchtet. Der vordere ist den Schläfern vorbehalten. Der kurzweilig Ausruhende kann auf Liegen im Laufbereich nahe des Umkleidebereiches zugreifen – Ruhe findet man dort erwartungsgemäß nicht.

Dies war bei uns leider der Tiefpunkt des Besuches. Durch leckere Auslagen im Bistrobereich verführt, begaben wir uns auf Anraten der Mitarbeiter ins Restaurant im Badebereich, um dort in einem noch üppigeren Speisenangebot auszuwählen. Dort angekommen, mussten wir um 14:30 noch Hochbetrieb im Mittagsbereich feststellen. Alle Mitarbeiter waren eifrig beschäftigt.


Die schwarzhaarige Mitarbeiterin (hier Frau S. genannt) nahm es gelassen und lief doch recht ineffizient von Tisch zu Tisch. Wir warteten auf unseren Blattsalat bzw. die Folienkartoffel ca. 20 Minuten.Die Getränke waren nach 10 Minuten da.


Leider stellten wir zu spät fest, dass an einem Glas im Mundbereich ein Stück Glas herausgebrochen war. Zudem wurde uns kurz nach dem Servieren unserer Speisen Pfeffer und Salz frech von Frau S. wieder entfernt und auf den Nachbartisch gestellt. Sprachlos ob solcher Dreistigkeit warteten wir sehr lange bis ihre Kollegin auf unser Handzeichen reagierte. Von ihr erhielten wir zwar ein neues Glas und Pfeffer/Salz, auf ein Wort des Bedauerns oder gar eine Entschuldigung warteten wir indes vergebens.


Auch Frau S., die später einen Teil des Geschirrs in einem ersten Schub abräumte, reagierte nur mit einem erstaunten „oh“ auf das von ihr grob fahrlässig in Verkehr gebrachte Glas, an dem wir uns fast die Lippen zerschnitten hätten. Zum Dank für unseren Hinweis auf die tätig gewordene Kollegin durften wir dann eine Ewigkeit warten bis wir endlich bezahlen konnten.

 

Entweder arbeitet Frau S. bewusst ineffizient oder sie ist schier unfähig. Allein der unbeholfene Umgang mit dem Handgerät spricht Bände. Warum die Bestellung nicht gleich dem Schlüsselband belastet wird, erschließt sich dem Gast nicht. Möchte man so ein Trinkgeld mitnehmen wie es das große Schild am Kuchenbuffet erhofft?

 

Die Preise bewegen sich schon am oberen Rand. Trickreich für alle, die oberflächlich lesen, die Preisgestaltung bei Salaten und Folienkartoffeln. Der Basispreis ist schon recht weit oben. In der Karte liest der Gast dann darunter eingerückt: “Dazu empfehlen wir …“ Hier kommen dann Minibeilagen zu saftigen Preisen, die den Gesamtpreis dann explosionsartig in die Höhe schießen lassen. Geboten wird übrigens nur Simples beim Salat und der Folienkartoffel.

 

Der Ruhe suchende Gast ist hier leider fehl am Platze. Das zahleiche jugendliche Publikum – oft in triefend nassen Badesachen – lässt dem Kommunikationsbedürfnis hier freien Lauf. Auch in der letzten Ecke ist der Geräuschpegel enorm.

Bei unserem Besuch am 29.12.14 war alles voller Schnee. Dennoch vermuten wir eine schöne Anlage. Zumindest das beheizte Zelt lässt Erwartungen sprießen. Im Dunkeln ist alles schön und dekorativ ausgeleuchtet. Weniger ansprechend sind das vor der Außentür des Arbeitsraumes des Bistros platzierte Leergut und Geschirr. Warum wird hier nicht ein Paravent aufgestellt?

In der Toilettenanlage fehlt der Aushang, wann von wem zuletzt geputzt wurde. Toll und noch nirgends anders gesehen: Tütenspender für den sicheren Heimtransport der nassen Badebekleidung. Schön: das leider mit Fischen überfüllte Aquarium.

Die schöne Anlage mit Alleinstellungsmerkmal Salzsee ist immer einen Besuch wert.  Der Punktabzug geht allein zu Lasten des Gastrobereiches.

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Kommentare: 1
  • #1

    Lina Gugel (Dienstag, 08 Januar 2019 20:50)

    es gibt ein soledampfbad - aber leider wird da irgendein Aroma zugegeben
    ganz schlecht für Astmatiker
    sinnvoll wäre nur Sole!!!