52070 Aachen, Carolus Thermen

Ausreichend kostenpflichtige Parkplätze in der Tiefgarage. 3 € muss der Gast hierfür pauschal zahlen. An sich noch gerade so akzeptabel. Das dicke Ende kommt aber noch.

9-23 Uhr

Die Tageskarte am 22.02.18 (Donnerstag) kostete 39 € inkl. der obigen 3 € für das Parken. Ein unverfroren hoher Preis, der auch die Leistungen in keinster Weise rechtfertigt. Auf Nachfrage wurde umfänglich und freundlich aufgeklärt wo es lang geht. Mit dem leichten Chip geht es nun zum Umkleidebereich.

 

Übrigens beginnt der Wochentag um 9 Uhr mit einer aufgeregten Menge Rentner, bei denen jeder der/die Erste am Einlass sein will - ein sonderbares Schauspiel.

Dort angekommen ist zwingend gleich zur linken Hand ein Wertschließfach zu besetzen. Am besten die Karte für das Parkhaus dort platzieren; natürlich auch Wertsachen. Mit dem Schlüssel und der dort notierten Nummer sucht man sich eine der recht großzügigen Kabinen und anschließend den Schrank mit derselben Nummer wie auf dem Schlüssel vom Wertschließfach. Immer mal wieder was Neues. Ok.

 

Nicht ok ist der Schlüsselklotz aus dem vorherigen Jahrhundert – immer den überzogenen Eintrittspreis vor Augen habend. Zum Saunabereich im 2. OG sucht man sich am besten den Lift.

Innen: Aufguss-Sauna, Kräuter-Sauna, Farblicht-Sauna

 

Außen: Aufguss-Sauna, Backofen-Sauna, Kelo-Sauna, Stollen-Sauna, See-Sauna

 

In den Dampfsaunen sind die Wasserschläuche so ungünstig platziert, dass andere Gäste beim Säubern fast immer in Mitleidenschaft gezogen werden. Zudem sind die Knöpfe zu dicht an den Banken montiert. Eine Rache der Handwerker?

 

Die Daseinsberechtigungen der See-, Kelo- als auch der Stollen-Sauna seien hiermit in Frage gestellt. Genutzt werden sie erkennbar unterdurchschnittlich. An deren Stelle wären weitere Ruheräume besser platziert. 

 

Die Tiefe der vorletzten Saunabank (idR. die Mittlere) ist kaum optimal, so dass die Gäste von oben kaum ihre Füße aufsetzen können ohne mit den Gäste der vorletzten Bank in Platzkonflikt zu geraten. Ärgerlich ist dies besonders in der gut besuchten Aufguss-Sauna innen, da dort hinreichend Platz wäre - Unvermögen der Saunabauer als dauernde Last des Auftraggebers.

2 Übersichten der Aufgüsse tragen der Tatsache Rechnung, dass gefühlte 10% der Gäste aus den Beneluxländern stammen – die Anzeige ist auch in englischer Sprache. Allerdings wechseln die Tafeln zu schnell zwischen den Sprachen und nerven daher mehr als dass sie informieren.

 

Die Aufgießer leisteten überwiegend gute Arbeit. Auf Kritik reagierte man professionell und setzte Hinweise schon beim nächsten Aufguss um.

 

Auch hier ist den Gästen gänzlich unbekannt, dass Klatschen nach dem Aufguss völlig out ist:

Leider sind es vorrangig die Benelux-Gäste, denen die hiesige Sauna-Kultur fremd scheint. Sie fallen auf durch

  •  fortwährendes Grummeln, Schnattern etc.
  •  nicht immer ein Handtuch unter den Füßen zu haben

Das Personal greift hier leider nicht ein. Man möchte es sich wohl nicht mit den Gästen verscherzen.

 

Die Backofen-Sauna bzw. der „Aufguss“ darin ist eher eine Symbolik als denn ein Aufguss. Viel zu spät werden die Teiglinge in den Ofen gesetzt. Bei 18 Minuten Backzeit gehören diese mindestens schon 10 Minuten vorher hinein. Der Backduft wird hier nur unzureichend an die Gäste geleitet. Das können anderen Thermen deutlich besser. Folgerrichtig breitet sich Unruhe während des Aufgusses aus, Enttäuschung nimmt sich Raum.

Ausreichend. Innen als auch außen. Außen kann auch warm geduscht werden. Besonders angenehm Duschen mit unterschiedlicher Wasserstärke. Ein für alle zugänglicher Eisspender findet sich im Außenbereich nahe der Aufguss-Sauna. Der den hohen Eintrittspreis bezahlte Gast darf außen auf einen Whirlpool, einen großzügigen (über)beheizten Pool und ein Tauchbecken zugreifen.

Hier offenbart sich die Achillesferse des Hauses. Es stehen nur 2 Räume zur Verfügung mit 14 und 17 Liegen. Das ist deutlich zu wenig und wird dem Bedarf nicht im Ansatz gerecht. Viele Gäste verschlafen hier buchstäblich den Tag. In der Not liegen denn auch Schilder auf den Liegen, die das rigorose Räumen besetzter Liegen durch das Personal verkünden. In der Tat kam dies am Besuchstag 2 x vor. So bequem die Liegen und angenehm die Räumlichkeiten so mangelhaft leider die Details:

  • In den Räumen fehlen Möglichkeiten Taschen und Utensilien während der Abwesenheit zu platzieren und so die Räumbereitschaft der Gäste zu fördern.
  • Gelesen werden kann nur bei Tageslicht, innen nur mit Schädigung der Augen. Leselicht fehlt.
  • Wider aller Vernunft werden aktuelle Tageszeitungen an den Liegen platziert. Der Saunabetreiber als Feind der Ruhe suchenden Gäste. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Natürlich raschelte es den ganzen Tag im Ruheraum – wunderbar. Bitte immer schön den exorbitanten Eintrittspreis im Auge behalten.

Am 24.02.18 erreichte uns auf diese Bewertung hin die Email des Geschäftsführers, das an Ruhemöglichkeiten im Untergeschoss gearbeitet wird.

Der Gastronomiebereich – Lemongras-Restaurant genannt – liegt gut entkoppelt vom Saunabereich. Im Angebot sind Speisen, die man kaum auf anderen Karten findet und so den Preisvergleich erschweren. Dennoch stimmen Preis und Leistung. Unverständlich ist, warum altbackene Brötchen zum Salat angeboten werden, obwohl mindestens 3 x am Tag in der Backofen-Sauna Brötchen gebacken werden.

 

Im Gesundheitshype mitschwimmend werden Molkedrinks angeboten, die frisch zubereitet und mit 4,50 € fair bepreist sind.

 

Als Affront muss allerdings gewertet werden, dass die Deko des vor Gesundheit strotzenden Drinks ein Fruchtgummi und ein Marschmellow darstellen. Auf die Kritik reagierte man professionell und räumte zum Erschrecken ein, dass alle Gäste sich beschweren. Warum man dann an der irritierenden Deko festhält, weiß wohl nur die Geschäftsleitung.

 

Als unpassend wurde die Hintergrundmusik empfunden, die nahe einem Wellnessbereich wohl eher dezent und einfühlsam sein sollte. Hier wird man indes mit aktueller Popmusik beschallt. Einen Beleg für den Verzehr zur späteren Kontrolle beim Ausgang erhält man übrigens nicht.

Der Außenbereich zeugt von gärtnerischer Architektur und vermittelt auch in der kalten Jahreszeit einen angenehmen Eindruck.

 

Im Außenbereich entsetzt der lustig vor sich hin heizende Elektrostrahler im Raucherbereich, unter dem niemand sich aufhält. Energiesparen und Nachhaltigkeit sind in der Carolus-Welt erkennbar noch nicht angekommen.

In den WC-Anlagen fehlen Tafeln, wann wer zuletzt geputzt hat. Zwischen den Urinalen fehlen Sichtschutzwände. Die niederländischen Gäste fielen auch negativ auf, weil sie ungeduscht die Tauch- und Badebecken betraten. Da hier offensichtlich das Elternhaus versagte oder gar nicht in die Verlegenheit kam Wissen zu vermitteln, kommt diese Aufgabe den Thermen zuteil. Schilder – wie anderenorts auch – fehlen hier und wären wohl auch mehrsprachig angezeigt.

Der Eintrittspreis steht nicht ansatzweise im Verhältnis zu den Leistungen, die in Bezug auf die fehlenden Ruhemöglichkeiten für alle Gäste sogar noch völlig unzureichend sind. Wettbewerber bieten vollständige Leistungen für deutlich weniger Geld. Augenscheinlich falsche unternehmerische Prioritäten werden hier auf Kosten der Gäste ausgetragen und führen daher zu dieser - zugegeben subjektiven - Bewertung:

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