87534 Oberstaufen, Aquaria

Parkplätze im kostenpflichtigen Parkhaus. Gleichwohl das Parkticket an der Kasse abgefertigt wurde, mussten am Ende eines Tages noch 4 € am Automaten bezahlt werden. Warum wird man darüber an keiner Stelle informiert? Der Unwissende denkt, mit der Abfertigung an der Kasse ist das Thema Parken erledigt. Von wegen!

 

9-22 Uhr

Die Tageskarte kostete am 24.10.2018 20,50 €. Wir hatten über die bezahlte Kurtaxe von 2,10 € je Tag freien Eintritt. Am Kassenterminal geht es rechts durch das Drehkreuz. Unwissend haben wir uns gleich im nun angebotenen Umkleidebereich umgezogen. Tatsächlich ist aber klüger diesen Bereich zu durchqueren und über die Treppe nach oben im 1. OG den Umkleidebereich für die Saunen auszuwählen. Hingewiesen wird drauf beim Einchecken nicht. Ebenso wenig wird gefragt, ob man sich auskennt. Auf das später noch notwendige Bezahlen des Parktickets wird – wie oben ausgeführt – auch nicht informiert. Service sieht anders aus. Ausgehändigt erhält man einen Chip, der im Schrank eines Schlüsselklotz aus dem vorherigen Jahrhundert freigibt. Ob hierauf auch der Verzehr gebucht werden kann, haben wir nicht getestet. Dazu später mehr.

 

In der Sammelumkleide gehen Männer und Frauen gemeinsame Wege.  Kabinen sind im EG vorhanden. 

 

Innen: Altfinnische Sauna, Biosaunarium, Dampfsauna,

 

Innen nur für Damen: 3 Saunen

 

Außen: Panorama-Sauna, Gipfelsauna

 

Die schönste Sauna ist die Panorama-Sauna. Offensichtlich den Baugängelungen der Stadt geschuldet, verpassen aber Panorama-Sauna und Gipfel-Sauna die Chance auf wirklich gute Ausblicke. In beiden Saunen sind viel zu kleine Fenster montiert, die zudem in Bezug auf Schallschutz unzureichend sind. Der Straßenverkehr dringt nahezu ungefiltert an die Ohren der Ruhe suchenden Gäste.

 

Eine Übersicht der Aufgüsse findet sich gegenüber der Theke.

 

Nahezu abwechselnd finden die Aufgüsse in der Panorama- und der Gipfel-Sauna statt. Hitze kam bei den Aufgüssen ausreichend an. Erlebniswert hatten die Aufgüsse jedoch nicht. Sich mit Vornamen vorzustellen, kam den Mitarbeitern nicht in den Sinn, zu Beginn durchzulüften ebenso wenig. Aber nein. Ein Mitarbeiter öffnete sogar ein Fenster in der Panorama-Sauna. Seinen guten Einstieg verpatzte er jedoch, in dem er sich mit dem Wedelhandtuch den Körper trocknete. Hilfe!

 

 

Auch hier ist den Gästen gänzlich unbekannt, dass Klatschen nach dem Aufguss völlig out ist:

 

Unschön war zudem, dass der Duft – sofern an der Tafel nicht ablesbar – oft erst angekündigt wurde, wenn das Wasser schon auf dem Ofen war. Eine Chance persönlich unangenehmen Düften zu entkommen, gab es somit nicht. Insgesamt vermittelten die Mitarbeiter den Eindruck, dass Aufgüsse von jedem mal so eben mitgemacht werden können. Einer Qualifikation dafür bedarf es nicht.

 

Innen und außen ausreichend. Duschen oft sogar mit Einhebelventil – der Gast ist König. Im Außenbereich ist sogar ein Edelstahltauchbecken, trotz baulicher Enge.

 

Die Schwachstelle der Anlage schlechthin. Die gesamte Sauna-Anlage befindet sich im Obergeschoss des Spaßbades. Sämtliches Geschrei der Kinder und Lärm der Wasseranlagen dringt ungefiltert in das Geschoss mit den Saunen. Eine architektonische Katastrophe, die da vor 25 Jahren Kompetenzblüten sich haben einfallen lassen. Dem Problem entgegenwirkend wurden akustisch abgeschirmte Ruheräume errichtet, die dem Ansturm der Gäste jedoch nicht gerecht werden. Insgesamt können sich hierher nur ca. 25 Gäste flüchten. Zum Lesen sind die Räume ungeeignet, hat man keinen Ebook-Reader dabei.

 

 

Viele Gäste liegen im Durchgangsbereich und ertragen den Lärm mit Würde.

 

Im Dachgeschoss wurde viel Geld investiert. Neben Solarien und Infrarotgeräten kann der Gast dort auch schöne Sitzmöbel nutzen. Euphemistisch wird dieser Bereich auf einem Plakat als Ruhezone beworben. Dreister können die Gäste nicht belogen werden. Im Dachgeschoss wird der Gast ebenso mit Lärm behelligt wie anderswo.

 

An der kleinen Theke befinden sich auch Sitzgelegenheiten. Der interessierte Gast sieht auch Tischkarten mit Angeboten für Getränke. Wenig einladend werden 2 Formen von Salaten beworben: ein Salatteller und eine Salatschüssel. Preise um die 7-9 €. Den anderen Gäste über die Schulter geschaut offenbarte sich trauriger Standard, der Hunger stillen soll, mehr nicht – traurig. In der Glasvitrine standen einige mit Folie abgedeckte Schüsseln – Fastfood ohne Liebe und Respekt für den zahlenden Gast. Dem Gast einen Service anzubieten oder gar Lust auf mehr zu wecken, kommt dem Betreiber offenbar nicht in den Sinn.

 

Der Außenbereich ist faktisch nicht vorhanden. Vielleicht ein Dutzend Liegen können vor und um den Außensaunen genutzt werden. Der Rest der Saunagäste ist gefangen im Innenbereich und schaut neidisch auf die Gäste im Spaßbad, die sich in Badebeleidung auf der Sonnenwiese rekeln können.

 

Am 24.10.18 informierte die Website schon über Revisionsarbeiten vom 24.06.19. bis 05.07.19 und trug damit zu einer unnötigen Informationsflut bei, die aktuelle Gäste im Herbst 2018 nur von wirklich Wichtigem abgelenkt. Ebenso unverständlich ist die Information am 24.10.18 über den Saunatag am 24.09.18. Welche Kompetenzkräfte kümmern sich um die Website? fragt der Informationen suchende Gast entnervt.

 

Insgesamt haben wir an diesem Tag je Person 22,50 € investiert (die Ermäßigung durch die gezahlte Kurtaxe muss hierbei außer Acht bleiben). Die Leistung war insgesamt katastrophal, bedenkt man, dass Sauna immer im Kontext zu Ruhe und Entspannung steht. Dieser Kontext wird hier mit Füßen getreten. Erschreckend ist hierbei, dass dieser Kontext auch schon vor 25 Jahren bestand als die Anlage errichtet wurde und die Geschäftsleitung diese 25 Jahre tatenlos an sich vorbeigingen ließ. Herzlichen Glückwunsch!

 

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