76646 Bruchsal, Sasch

Es sind ausreichend kostenfreie Parkplätze vorhanden. Hinsichtlich der Anreise ist zu empfehlen, nicht die Adresse Sportzentrum 7 im Navigationsgerät einzutragen, sondern Sportzentrum 56. Wir landeten mit der Nummer 7 beim Tennisclub und hätten dann einen etwas längeren Fußweg auf uns nehmen müssen. Nummer 56 befindet sich direkt gegenüber der Nummer 7 und beheimatet den Budo Club.

Montag

16:00 – 23:00 Uhr

Gemeinschaftssauna

Dienstag

10:00 – 23:00 Uhr

Gemeinschaftssauna

Mittwoch

10:00 – 23:00 Uhr

Gemeinschaftssauna

Donnerstag

10:00 – 23:00 Uhr

Damensauna

Freitag

12:00 – 24:00 Uhr

Gemeinschaftssauna

Samstag

10:00 – 23:00 Uhr

Gemeinschaftssauna

Sonn- und Feiertage

09:00 – 21:00 Uhr

Gemeinschaftssauna

 

Die Öffnungszeiten sind zum Teil sehr unterschiedlich und tragen den Bedürfnissen der Gäste Rechnung. Besonders lobenswert ist die frühe Öffnung am Sonntag.

Wir haben am 05.06.2016 pro Person 13,50 € bezahlt. Ein sehr fairer Preis. Nicht tolerabel ist, dass eine EC-Karten-Zahlung unmöglich ist. Jeder Gast erhält ein Kunststoffarmband, das nicht nur ökologisch fragwürdig ist, sondern sich auch in der 90°-Sauna unangenehm aufheizt. Andere Anlagen sind an der Stelle schon weiter und verwenden nichtzerreißbare Papierbänder. Auf unseren Hinweis, dass wir zum 1. Mal die Anlage besuchen, wurden wir freundlich eingewiesen.

Damen und Herren kleiden sich gemeinsam aus und an. Kabinen sind nur rudimentär vorhanden. 2 Umkleideräume liegen hintereinander; also durchaus mutig sein und den ersten Raum passieren. Die erhaltene Chipkarte wandert in den Schrank. Man erhält dafür ein Schlüssel-Armband, auf das sich allerdings wohl keine Getränke und Speisen buchen lassen.

Überwiegend innen befinden sich folgende Saunen: finnische Sauna (85°), Caldarium mit Solebad (40°), Blütendampfbad (45°), Microsalzkabine (ca. 28° abgelesen), Sanarium (60°).

 

Außen befindet sich noch eine Blockhaussauna mit 90°. Alle Saunen sind einem hervorragenden Zustand.

Lobenswert ist, dass durch entsprechende Beschilderung die Gäste um Ruhe gebeten werden. Zudem werden Hinweise gegeben, dass ausreichend große Handtücher zu verwenden sind und Badeschuhe draußen bleiben. Letztere sollten aber nach unserer Auffassung in den Feuchtsaunen nicht draußen stehen bleiben, da der Übertragung von Fußpilz nur mit entsprechender Fußbekleidung vorgebeugt werden kann.

 

Für Verwirrung sorgt das große Schild links von der Tür der finnischen Sauna im Innenbereich. Dort heißt es schlicht „Sauna“, obwohl überall von der finnischen Sauna die Rede ist. Hier hat offensichtlich jemand beim Drucken des Schildes nicht aufgepasst.

 

Das Caldarium verströmt einen gewöhnungsbedürftigen, gar muffigen Geruch auf Grund des stets umspülten Holzes. Uns gefiel es nicht. Sitzt man erst eine Weile, fällt es aber nicht weiter auf. Bei der Microsalzkabine hilft wohl auch der Glaube beim Wohlbefinden - jeder beurteile bitte selbst.

Direkt gegenüber der oben genannten finnischen Sauna befindet sich der Aufgussplan. Und nun kommt auch schon die große Schwäche der Anlage zur Sprache. Unglücklicherweise hat irgendjemand entschieden, dass Aufgüsse in der nur mäßig beheizten 85°-Sauna durchgeführt werden. Alle Aufgüsse waren eine schlichte Katastrophe. Es kam nicht die gewünschte Temperatur auf, die der passionierte Saunagänger erwartet.

 

Den Mitarbeitern fehlt es insgesamt an entsprechender Qualifikation. Während die Mitarbeiter des Vormittags Dienst nach Vorschrift absolvierten, trat am Nachmittag ein sehr engagierter Mitarbeiter auf die Bühne, der sich nicht nur beim Aufguss alle Mühe gab, sondern auch bei einsetzendem Regen im Außenbereich die Liegen und Habseligkeiten der Gäste in Sicherheit brachte. Zudem rief er uns am Abend noch einen überraschenden Abschiedsgruß hinterher, als wir schon mit unseren Taschen den Außenbereich verließen.

 

Zurück zu den Aufgüssen: Kein einziger Mitarbeiter stellte sich mit Vornamen vor. Die Mitarbeiter des Vormittags glänzten durch absolute Maulfaulheit. Im südlichen Deutschland hätten wir so etwas nicht erwartet; eher in Vorpommern. Am Vormittag profilierte sich der jüngere Mitarbeiter durch überproportionales Durchlüften der Sauna, so dass die ohnehin schon schwache Hitze nun vollends aus der Tür gewedelt wurde. Beide Mitarbeiter des Vormittags sparten am Aufguss. Durchschnittlich nur 3-4 Kellen wurden jeweils aufgegossen. Wer nicht 10 Minuten vor dem Aufguss in der Sauna schon vorschwitzte, ging nach dem Aufguss ohne den geringsten Niederschlag auf der Haut aus der Sauna.

 

Natürlich konnte man von diesen Spitzenmitarbeitern auch nicht erwarten, dass sie nach dem 2. Aufguss das Wohlbefinden der Gäste erfragen. Ebenso kümmerten sich diese Mitarbeiter auch nicht um die Nachbetreuung. So schnell wie diese beiden Mitarbeiter die Sauna verließen und dann nicht wieder gesehen wurden, hätte alles Mögliche in der Sauna passieren können. Von diesen beiden Mitarbeitern hätte niemand Hilfe erwarten dürfen.

 

Wenn schon achselfreie Shirts an die Mitarbeiter ausgegeben werden, dann doch bitte auch eine Kurzhaarfrisur anregen oder rasieren. Alles andere ist wenig appetitlich.

 

Tatsächlich wären die Aufgüsse viel besser in der Außensauna aufgehoben. Diese -  mit 90° ausgewiesen - hatte auch nur 87°, war aber deutlich wärmer. Zudem ist sie wesentlich attraktiver durch die große Fensterfront und bietet nicht weniger Gästen Platz als die finnische Sauna im Innern. Ein schlauer Kopf fand es jedoch besser, in der Außensauna eine automatische Beduftungsanlage zu positionieren.

 

Dass die Mitarbeiter hier nicht eigenverantwortlich arbeiten, sondern überwiegend nur Dienst nach Vorschrift absolvieren, zeigt die Unflexibilität. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Anlage in der 90°-Sauna abzuschalten und stattdessen dort den Gästen attraktive Aufgüsse anzubieten. Allein die Mitarbeiter haben das Problem noch nicht einmal erkannt. Von Erlebnis-Aufgüssen möchte man an dieser Stelle gar nicht sprechen.

 

Hinzuweisen ist am Ende noch darauf, dass die verwendeten Düfte einen unangenehmen Abgang hatten. Entweder wurden sie falsch dosiert oder sie entsprechen einfach nicht der Qualität, die in anderen Anlagen heute Standard ist.

 

Auch in dieser Anlage haben die Gäste noch nicht verstanden:

Im Innenbereich wartet ein ausreichend großer Nassbereich auf Abkühlung suchende Gäste. Das Tauchbecken war nur mäßig kalt, die Duschen sehr auf Sparsamkeit getrimmt. Das überrascht, wenn der Betreiber die örtlichen Stadtwerke sind. Erfahrungsgemäß wird bei dieser Kombination der Wasserhahn oft etwas mehr aufgedreht. Hier wird indes gespart. Im Außenbereich befindet sich eine kleine Dusche im Blockhaus der Außensauna.

Hier kann die Anlage enorm punkten. Verschiedene Ruheräume bieten über das erwartete Maß hinaus jedem Gast, was er erwartet. Hochwertige bequeme Liegen, gute Lichtverhältnisse für die Leser unter den Gästen und sichtbare Hinweise mit der Bitte um Ruhe zeigen, dass der Betreiber die richtigen Maßstäbe setzt. Auch der Außenbereich, zu dem wir später noch kommen, glänzt mit hinreichenden Ruhemöglichkeiten.

Wir haben an diesem Tag einen Obsttag eingelegt und haben deswegen nur vereinzelt einen Blick auf das Angebot und die Preise geworfen. Wir möchten diese an dieser Stelle daher nicht bewerten.

Dieser ist zwar überschaubar und zeigt damit leider auch die Grenzen im Wachstum dieser Anlage. Dennoch ist er sehr gepflegt und wirkt sehr attraktiv. Wer sich nicht ständig der Sonne aussetzen möchte, kann unter einem Schleppdach die Liege positionieren und fühlt sich dabei bestens aufgehoben – so wie wir. Schön wäre es, wenn an der Außenwand der Blockhaussauna mit Blick zum Schleppdach eine Uhr angebracht würde. Sehr bequem sind die Auflagen zu den Liegen. Der Raucherbereich ist sehr gut platziert und belästigt nicht die anderen Gäste. Leider fehlen im Außenbereich ein Pool und eine Dusche zur Abkühlung in den heißen Sommertagen. Tatsächlich ist dieses Manko aber der begrenzten Fläche geschuldet. Ein optischer Augenschmaus sind die malerisch gestalteten Wände. Hier schaut man gerne hin und erfreut sich an der Kunst. Weniger erfreut man sich an den Geräuschen der Güterzüge – die Straßenbahn ist da schon eher zu tolerieren. Die Überschaubarkeit des Außenbereiches bringt es mit sich, dass Gespräche an den Tischen nahezu von jedem anderen Gast auf der Wiese unfreiwillig mitverfolgt werden müssen.

Die Gäste erhalten zu 2 Aufgussterminen am Tag Eiswürfel. Schade, dass der Eisspender nicht frei zugänglich ist. Den Leseinteressierten stehen auch eine Fülle von Zeitschriften zur Verfügung – bei dem Preisniveau ist das nicht selbstverständlich. In den Toiletten fehlt leider die Tafel, wer wann geputzt hat. Zwischen den Urinalen fehlt ein Sichtschutz. Bei unserem Besuch an einem Sonntag mit bestem Wetter war die Anlage nur durchschnittlich besucht – über die Ursachen muss sich jeder selbst seine Gedanken machen. Beim Verlassen der Anlage rief man uns ebenfalls vom Empfang einen freundlichen Abschiedsgruß zu. Dankeschön.

Diese kleine, aber feine Anlage könnte einen Spitzenplatz einnehmen, wenn da nicht die Schwächen im Personalbereich bzw. Management wären. Dem Management ist dringend anzuraten die Mitarbeiter in andere Anlagen zu schicken, damit sie sich dort anschauen können, wie man Gäste mit Erlebnis-Aufgüssen verzaubern kann. Die von uns aufgezeigten Hinweise zum schlichten Tausch der Sauna für den Aufguss verursachen keine Kosten und könnten durchaus rasch umgesetzt werden.

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