18311 Ribnitz-Damgarten, Boddentherme

ausreichend viele kostenfreie Parkplätze

Täglich von 14-22 Uhr, Do-So „schon“ ab 10 Uhr

 

Tageskarte am 30.07.16 für die Sauna 18 € - ein mehr als fairer Preis. Trotz Ferienhochsaison fragte man nicht, ob man sich auskennt. Das geht besser.

 

Männer und Frauen können sich gemeinsam umkleiden, Kabinen sind in überschaubarer Menge – aber ausreichend – vorhanden. Super:  Moderne leichte Chip-Schlüssel. Ebenfalls toll: Unterschiedlich große Fächer je nach Bedarf der Gäste.

Innen: Sanarium (Bernsteinsauna) 60 °C, Finnische Aufgusssauna 87 °C, Dampfbad

 

Außen: Blockhaussauna 95 °C und Infrarot-Kabine

Die klassischen Saunen glänzen mit tiefen Bänken, die auch den oben Sitzenden Platz für die Füße lassen.

Leider keine Glanzleistung. Zu Beginn wird mehr zum Schein frische Luft hinein gewedelt. Dass nach dieser Aktion auch in der Saunakabine die Luft bewegt werden muss, fällt den Aufgießerinnen nicht im Traum ein. In der Saunakabine selbst kommt ein frisches Lüftchen überhaupt nicht an. Vorgestellt wird sich nicht; der Duft wird angesagt – das war’s.

Auch hier ist den Gästen gänzlich unbekannt, dass Klatschen nach dem Aufguss völlig out ist:

Alle 2 Stunden ist in der Blockhaussauna Salzaufguss. Die Sauna ist mit abgelesenen 100°  und nur 2% rel. Luftfeuchte dafür ungeeignet. Erst nach 2 anstrengenden Runden wird außen Salz verteilt. Nicht im Duschbereich, sondern auf den Brettern des Liegebereiches. Das Salz spült nur der Regen weg, das Personal stört sich an den Resten eines fragwürdigen Aufgusses nicht.

 

Weder in der besser temperierten und feuchteren finnischen Sauna innen noch im Dampfbad wird Salz gereicht – Profession sieht anders aus.

 

Zu den ebenfalls alle 2 Stunden (im Wechsel zur Blockhaussauna) stattfindenden Aufgüssen in der finnischen Sauna innen wird ein sehr schöner Obstteller gereicht. Aber: Nachdem alle am Ende des Aufgusses triefnasse Hände und Unterarme haben, greift jeder zum Obst – das ist nicht nur unappetitlich sondern ekelhaft. Den Teller außen hinzustellen fiel nur der Dame um 21 Uhr ein – wohl weil nur 3 Gäste im Aufguss saßen. Gut, dass wir 3 dann auch vorher duschten bevor es an den Teller ging. Die Aufgussdame setzte gute Erziehung voraus und wies nicht darauf hin. In anderen Häusern spricht man es klar an.

 

Von Erlebnisaufgüssen ist man im Übrigen hier weit entfernt. Schulungen würden sicher nicht schaden.

Innen und außen ausreichend; der Außenpool ist ganzjährig mit 32° temperiert – im Sommer schien uns das unangemessen warm, sucht man doch eher Erfrischung als Wärme. Oder ist Energie hier zum Nulltarif zu haben? Dem Eintrittspreis nach nicht erwartet, ist sogar ein Eisspender vorhanden. Tauchbecken und Kneipgang runden die Erfrischungsmöglichkeiten ab.

 

Im Haupthaus wird man Ruhe auf Grund der offenen Bauweise nur eingeschränkt finden. Dies erkennend wurde im Außenbereich im Blockhaus auch ein wirklicher Ruheraum geschaffen. Zudem kann um den dortigen Springbrunnen ein Ruheplätzchen gefunden werden.

 

Zumindest dem Haupthaus muss weiterhin das schon vor vielen Jahren erkannte Sardinenbüchsenfeeling bescheinigt werden. Ohne Not stehen die Liegen dicht an dicht und engen die wenigen Gäste (durchschnittliche 10 bei unserem Besuch an einem Samstag) ein. Auch die Lichtsituation hat sich seit mehr als 10 Jahren nicht verbessert, obwohl die technischen Möglichkeiten heute um Vieles besser sind. Lesen ist faktisch unmöglich, weil alle Gäste im Dunkeln sitzen – eine Frechheit, zählt doch das Lesen zum Saunieren wie das Handtuch.

 

Unverändert unbefriediegend ist auch die Luftqualität im Hauptaus. Als Gast gewinnt man den Eindruck, dass die warme muffige Luft aus dem Schwimmbad einfach umgeleitet wird. Viel zu warm und ermüdend ist daher die Luftqualität. Ohne offene Tür zum Außenbereich ist es unerträglich.

Ruhig und entspannt kann im Saunabereich die gesamte Karte des Hauses durchprobiert werden, toll. Die Speisen sind vielfältig und mehr als fair im Preis. Der bestellte Bauernsalat glänzte durch hochwertige Ingredienzien und perfekt abgeschmecktes Dressing.

 

Widersprüchlich ist der Aushang auf der Website, man suche Mitarbeiter für den Service zur allgegenwärtigen Tatsache, dass hinter dem Tresen 2, manchmal auch 3 Personen standen, obwohl eine genügt hätte und diese dann mangels Arebit mit sich selbst beschäftigen.

 

Der Gipfel der oft sichtbaren Langeweile war das immer wieder mit dem Ellbogen abgestützte Kinn – und das selbst im Bestellvorgang mit einem Gast nur 50 cm vor der eigenen Nase. Wie ist es nur möglich, dass Mitarbeiter sich ihrer Außenwirkung so unbewusst sind? Das pure Gegenteil von erlittener Langeweile vermitteln die Damen im blauen Einheitslook hinter der Tür. Sie wirbeln von einer Ecke zur anderen.

Eher schlicht und pflegeleicht, aber dennoch ansprechend präsentiert sich der Außenbereich. Für die Liegen stehen sehr bequeme Auflagen bereit. Im Whirlpool lassen sich auch noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages einfangen. Die Chance auf Einbindung des Ribnitzer Sees - und sei es nur durch eine Aussichtsplattform oder gar Liegeterrasse - wurde nicht erkannt.

Auch wenn oben Zweifel an der Professionalität einiger Mitarbeiter geäußert wurde, muss auch deutlich gesagt werden, dass gerade diese mit ehrlicher Freundlichkeit vieles wett machten. In den Toiletten fehlen die Tafeln, wer wann gereinigt hat und eine Schamwand zwischen den Urinalen. Beim günstigen Eintrittspreis werden die Gäste mit Zeitschriften überrascht.

 

Die Uhr für den Aufguss im Blick zu behalten ist bei den suboptimalen Digitaluhren eine Herausforderung.

 

Unverändert dürfen die Gäste zur Mitternachtssauna unbekleidet bei Musik das Schwimmbad nutzen. Ein schönes Alleinstellungsmerkmal. Am 30.07.16 ist natürlich Hochsommer und nicht Sauna-Hochsaison; andere Betreiber sind hier erfindungsreich – die Boddentherme indes ergibt sich ihrem Schicksal, schade. Nur ca.  Gäste waren an diesem Samsatg-Nachmittag zugegen. Fast alle nur für wenige Stunden. Die Anlage scheint also wenig atraktiv eine Tageskarte zu buchen - bedenklich.

Die Anlage ist viel zu klein, um im Wettbewerb bestehen zu können. Völlig abgesehen davon, dass die Therme unverändert stark defizitär und in der Haushaltsdiskussion der Stadt ist und steuersubventioniert werden muss. Aus Sicht des Steuerzahlers darf der Nettomehrwert in Frage gestellt werden. Durch Investitionen im Außenbereich muss die Anlage den Wettbewerb nicht fürchten - eine gute Entscheidung.

 

Freundlichkeit kann zum Teil agierende Unprofessionalität nicht ausgleichen. Der faire Eintrittspreis und eine tolle Küche auch nicht. Sardinenbüchsenfeeling ohne Not und Lichtnotstand sind zudem Gründe, dass Punkteabschläge bei unserer – sicher subjektiven – Bewertung am Ende herauskommen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Eike Breitsprecher (Dienstag, 05 Februar 2019 20:39)

    Seit ca. 8 Jahren besuchen wir zwei- bis dreimal im Jahr mit unseren Enkelkindern (inzwischen 9 und 13 Jahre jung) den Schwimmbereich der Boddentherme. Im Großen und Ganzen gefällt es uns meist sehr gut, auch wenn es oft sehr voll war. Heute erlebten wir einen sehr schönen Tag (waren fast 6 Stunden da), zumal es heute nicht so voll war. Zwei Dinge fielen mir allerdings negativ auf. Zum einen war es im Gang zu Duschbereichen und Toiletten am Nachmittag sehr schmutzig. Womit ich aber überhaupt nicht einverstanden war, war der Fakt, dass ein Mädchen (geschätzt 16 Jahre) nicht in Badekleidung, sondern in Top, darunter BH und Leggings (sicher darunter Slip) das Becken (Wellenbetrieb) betrat. Ganz sicher war sie vorher nicht unter der Dusche!!! Nachdem ich einen Bademeister darauf aufmerksam gemacht hatte, sprach er mit der Mutter (oder Verwandten). Allerdings blieb das Mädchen im Becken und keinen kümmerte es. Das hat nichts mit Hygiene zu tun!!! Es geht nicht darum, dass das Mädchen eine Ausländerin war, aber ich denke, die Gesundheit aller geht vor, und jeder Besucher sollte sich an die bestehenden Benutzerregeln (s. Hinweisschilder im Bad) halten. Es wäre sehr begrüßenswert, wenn die aufsichtshabenden Personen da konsequenter vorgehen würden.

Seitwert