04349 Leipzig, Finnlandsauna am Bagger

Ausreichend kostenfreie Parkplätze

täglich von 10-22 Uhr

Am 06.12.2015, einem Sonntag, waren für eine Tageskarte 17 € zu bezahlen – ein absolut angemessener Preis.

Achtung: Hier wird Freiheit noch groß geschrieben. Es kann nur bar bezahlt werden.


Kurz vor 10 Uhr vor der Türe stehend gab es hurtig eine freundliche Einweisung, da schon um 10 Uhr der erste Aufguss ist. Es wurde gewartet – ein guter Einstieg.

In der gemeinsamen Umkleide ist der Schrank durch den Schlüssel vorgegeben. Dafür ist zuvor ein Pfand von 5 € zu bezahlen. Schlüssel und Schrank sind älterer Natur – aber in Ordnung.

Außen: Blockhaus-Saunen 80° und 100° sowie Panoramasauna

Innen: Dampfsauna, Infrarotkabine, Bio-Bad-Sauna 60°

Alle Saunen sind in neuwertigem Zustand. Eine besondere Augenweide ist die weitläufige Panoramasauna mit Seeblick. Die Dampfgrotte besticht mit wirklich gutem Dampf.

Im Vergleich zu den anderen von uns bewerteten Anlagen sind hier andere Maßstäbe heranzuziehen. Alles ist hier sehr familiär – auch die Aufgüsse. Einweisungen üblicher Güte gibt’s hier nicht. Ansage des Duftes und ansonsten nahezu freundschaftliche Worte. Alles passt. Hier fühlt man sich auch als Fremder sehr wohl. In jedem Aufguss ging es laut her. Aber es war gut auszuhalten und es passte. Hier ist man in einer Familie ohne dass dies auf andere ausgrenzend wirkt. Fremde werden freundlich aufgenommen.


Zurück zum Aufguss – zur vollen Stunde: Leider finden die überwiegenden Aufgüsse in der kleinsten Blockhaussauna statt – die Bude ist immer voll. Die perfekte Panoramasauna kommt viel zu selten in den Genuss eines Aufgusses. Dort könnte etwas mehr aufgegossen werden, ansonsten ist nichts zu meckern – alles gut.


Auch hier wurde den Gästen leider noch nicht geholfen:

Leider fehlt eine Tafel, auf der je Stunde zu erkennen ist, wo was aufgegossen wird. Die aktuelle Tafel wirkt eher wie ein Behelf.

Eine Schale mit Eis geht oft die Runde. Der Eisspender war nicht zu entdecken.

Alles ist gut. Draußen ein Lob für die Bedienhebel. Toll sind 2 Tauchbecken und der temperierte Pool. Beides wäre bei einer solch familiär ausgerichteten kleineren Anlage nicht zu erwarten gewesen. Innen ist dann auch noch ein warmer großer Pool, in dem zu frühmorgendlicher Stunde Babyschwimmen stattfindet.


Die Möglichkeit in den See zu springen ist sicher in der Region ein Alleinstellungsmerkmal, das jeden Gast erfreut.

2 Räume stehen zur Verfügung:

 

Am Ausgang zum Außenbereich

 

Leider nur suboptimal:

  • direkt vor der Tür ist eine Schwatzecke – der Lärm von dort geht direkt in den Ruheraum
  • die Holzliegen sind nur zum Schlafen geeignet, da nicht verstellbar

Topp:

  • individuelles Leselicht
  • Decken

 

Kaminzimmer mit Blick zum See

 

Spitze:

  • sehr schön ruhig, wenn nicht gerade Kleinkinder im Innenpool ihre Freuden ausleben
  • auch hier Leselicht und eine Uhr über der Tür
  • Decken
  • Sitzecke

Das könnte besser sein:

  • Die Liegen sind zwar verstellbar, aber unbequem in der aufrechten Position.
  • Ein Handtuchständer hätte hier Platz, auf dem die Handtücher großflächig hängen und trocknen können. Auch an anderen Stellen wäre das eine Bereicherung.

 

Im Laufbereich sind weitere Sitzmöglichkeiten. Ruhe und Licht können hier nicht erwartet werden.

Das Preis-Leistungsverhältnis bei den Speisen ist beschämend günstig. Alles schmeckt sehr gut, kommt furchtbar schnell. Das Radler 0,5 ist mit 3 € am oberen Rand – dafür sehr lecker und gut gekühlt. Auf individuelle Wünsche wird mit viel Liebe in der Ausführung reagiert – der bescheidene Gast kommt in die Verlegenheit sich für diese unerwartete Zuwendung zu schämen.

Der Höhepunkt familiären Zusammenlebens mit den Gästen findet hier ebenfalls statt. Gäste und Betreiber erfreuen sich sowohl am Fußball als auch an 3 Haselnüssen für Aschenbrödel im TV.

Der Außenbereich ist geprägt durch den temperierten großen Pool. Alles wirkte trotz vorweihnachtlicher Tristesse in der Natur gepflegt. Besonderes Highlight: Ein Lagerfeuer neben dem Pool zur abendlichen Stunde.  

In den Toiletten fehlen leider die üblichen Tafeln, wer wann geputzt hat. Nicht unerwähnt bleiben soll ein Sportraum, den vergleichbar nur der Garden Eden in der Liste der Bewertungen hat. Die Geräte sind zwar älteren Kalibers, aber unverändert gut im Einsatz. Weniger gut sind die deutlichen Schäden an einigen Polstern, die den guten Eindruck auf den ansonsten traumhaften Sports(t)raum trüben. Auf ein Heer von Zeitschriften kann zugegriffen werden.

Die in den Jahren gewachsene Anlage ist nicht mit den großen Bade- und Saunatempeln zu vergleichen. Es darf spekuliert werden, dass dank gutem Konzept, fleißigen Menschen und treuen Gästen über die Jahre investiert wurde. Die harte Arbeit lässt sich buchstäblich mit Händen greifen. Der Betreiberfamilie kann nur gewünscht werden, dass weiter viele treue Gäste kommen und sich an dieser schönen Anlage erfreuen.

Kleinigkeiten rütteln nicht an einer Spitzennote:

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Kommentare: 2
  • #1

    Peter (Montag, 15 Mai 2017 15:13)

    Offenbar ist die Entwicklung vorangeschritten, wenn auch in die verkehrte Richtung. Angelockt durch die vielversprechende Lage (direkt neben einem See) wollte ich auch diese Anlage einmal testen.

    Die Vorfreude hielt nicht lange – die Anmutung des Garderobenbereiches gleicht einem Sammelbecken alter Bundeswehrspinde. Die restliche "Wellnesslandschaft“ erinnert an eine notdürftig zusammengeschusterte DIY-Bretterbude Marke Baumarkt, die schon deutlich in die Jahre gekommen ist.

    Die vereinzelten Gäste machten einen netten Eindruck und stammten alterstechnisch aus dem Spektrum 70+, welche vermutlich mangels autofreier Alternativen auf diese Sauna in Laufweite angewiesen sind.

    Offenbar fehlt es mittlerweile an finanziellen Mitteln. Als Sauna-Vielbesucher habe ich hier gleich mehrere Premieren erleben müssen:
    - Einen Aufguss ohne Aroma (also Wasser pur)
    - Entspannungsmusik fehlt gänzlich
    - Mittags war nur ein Teil der Saunen einsatzbereit
    - Die angegebenen Temperaturen der restlichen Kabinen weichen bis zu 20°C von den tatsächlichen Werten ab
    - Eine falsch verstandene Tierliebe der Betreiber, die sich auch auf den sensiblen Küchenbereich erstreckt
    - Die Nichterfüllung hygienischer Mindeststandards

    Übrigens sind die Besucher des Fitnessräumchens von der Textilfreiheit ausgenommen und gaffen aus großen Scheiben auf den Ruhe-, Bade- und Saunabereich. Mein persönliches Highlight: Ein Angestellter, der sich auffallend für die abgestellten Taschen der gerade Saunierenden interessierte.

    Die Bezahlung mittels EC-Karte ist dort wie beschrieben nicht möglich und über das in bar bezahlte Geld gab es keine Quittung. Ob das wirklich was mit "Freiheit" zu tun hat sei mal dahin gestellt.

    Fazit:
    Nach sieben Jahren habe ich hier offenbar das Schlusslicht aller Saunen in Sachsen gefunden. Die 15 Euro für das Tagesticket bereue ich. Von den geplanten acht Stunden habe ich gerade mal zwei ausgehalten und hatte danach das dringende Bedürfnis mich gründlich zu reinigen. Ein erneuter Besuch käme für mich nur nach zahlreichen Modernisierungs- und Reinigungsmaßnahmen, verbunden mit einem Betreiber- und Personalwechsel in Betracht. Aber glücklicherweise bietet das Leipziger Umland genügend schöne Alternativen (bspw. am Cospudener See)...

  • #2

    Frank (Freitag, 08 Juni 2018 12:47)

    Für Peter

    eine gute Wahl die Sauna zu meiden. Derartige bornierte Gäste
    hat die Sauna am Bagger nicht verdient.