55566 Bad Soberheim, Saunarium

Aus Richtung Staudernheim kommend wird gleich links ein großer Parkplatz ausgewiesen, der in der dunklen Jahreszeit nicht zu empfehlen ist, da er nicht beleuchtet ist. Finster wie im Sack – eine Zumutung für jeden. Wer das 1. Mal dort ist, fragt sich zudem, wo es lang geht. Zum Parken ebenerdig zum Eingang fährt man einfach weiter.

Mo-Do 10-22 Uhr

Fr-Sa   10-23 Uhr

So       10-20 Uhr

Am 27.10.2015, einem Dienstag, waren für eine Tageskarte 20 € zu bezahlen – ein absolut angemessener Preis. Pünktlich um 10 Uhr vor der Türe stehend erfolgte am Tresen ohne weitere Bitte eine freundliche Einweisung.

In der gemeinsamen Umkleide ist der Schrank durch den Schlüssel vorgegeben.
In der kalten Jahreszeit gerät der Schrank sicher an seine Grenzen.
Das Schlüsselband vereint Überholtes und Moderne: Speisen werden aufgebucht und am Ende mit dem Eintritt bezahlt. Der Schlüssel selbst heizt sich in der Sauna unangenehm auf und das (wohl nachgerüstete) befestigte Gummi ist auf jeden Fall zu nutzen.

Ebenerdig geht es in die Duschen und den Saunabereich – für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit sehr angenehm.

Außen: Zeremoniensauna 80°

Innen: Aromasauna 60-65°, Kelosauna 90°, Panoramasauna 85°, Dampfgrotte

Alle Saunen sind in neuwertigem Zustand. Eine besondere Augenweide ist die weitläufige Panoramasauna. Die Dampfgrotte besticht durch moderne Oberflächen, angenehmes Licht und guten Dampf.

Lob: Vor allen Saunen sind unendlich viele Haken für Bademäntel und –tücher; undzwar auch für Tücher ohne Schlaufe zum Aufhängen – hier wurde mitgedacht.

Der Tag begann mit Matthia, der zwar in seiner Wedeltechnik erst am Anfang des Könnens steht, dafür aber mit Sympathie, Freundlichkeit und absolutem Dienstleistungsgrundsatz seine Arbeit lebt. Eine Bursche mit Potenzial. Glückwunsch an den Betreiber für solche Mitarbeiter. Marko setzte am Abend die Schicht fort und glänzte ebenso. Er versteht es besonders gut, die Unfähigkeit der Architekten bei der Planung der Panoramasauna durch geschickten Einsatz der Wedelfahne zu kompensieren. Die Panoramasauna ist leider viel zu hoch gebaut und schluckt - gleich einem Moloch - Hitze, Feuchte und Düfte beim Aufguss.

 

Zu passendem Anlass gab es Leckerlis zum Aufguss, klein aber fein und eine schöne Geste.

 

Toll: Es kamen immer geräuscharme Holzeimer zum Einsatz. Die verwendeten Düfte sind niemals 08/15 - immer ist es etwas Besonderes.

Lob an die Gäste: Es wird auf das Handtuch geklopft und nicht geklatscht und überwiegend war man leise.

Wunsch an die Aufgießer: Mund aufmachen wenn Gäste beim Aufguss schwatzen bzw. Füße auf blankem Holz stehen.

Der Erstbesucher irrt zunächst herum, da eine Beschilderung fehlt. Tatsächlich befindet sich der Nassbereich akustisch von den meisten Saunen abgeschirmt bei der  Panoramasauna. Ein Schild über der Tür „Duschen/ Panoramasauna“ wäre vielleicht hilfreich. Der Nassbereich ist ausreichend groß und bietet das Übliche bis auf eine Schwalldusche. Zudem kann sich der Gast über ein Tauchbecken und einen Eisspender erfreuen, der großen Zuspruch erfährt.

Hinter dem Gastronomiebereich findet sich ein Ruheraum, der allen Ansprüchen gerecht wird. Eine Mischung aus Liegestühlen und massiven Liegen bietet Ruhe und Bequemlichkeit satt. Die Fülle an individuell zuschaltbaren Leselampen ist überwältigend und erfreut jeden Leseinteressierten – allein an der Erziehung der Gäste muss gearbeitet werden, die die Lampen gerne leuchten lassen wenn sie gehen.


Am Ende des Raumes befindet sich gesonderter Raum der Stille, der besonders kuscherlig eingerichtet ist.

Lob 1: Alle Türen lassen sich leise schließen

Lob 2: Sogar an gesonderte Toiletten wurde hier gedacht.

Möglicherweise kommt der Ruheraum in der winterlichen Hochsaison an seine Grenzen. Dann kann zumindest im Gastrobereich noch der eine oder andere Ruhepunkt gefunden werden.

Die Auswahl an Speisen ist ausreichend. Das Preis-Leistungsverhältnis passt auf jeden Fall. Auch vegetarischen und veganen Ansprüchen wird Rechnung getragen. Das Essen kam schnell, war heiß und schmackhaft.


Für den Nachmittag waren die allein angebotenen Nussecken wenig verführerisch.


Wunsch: Es kann nicht ständig jemand auf Gäste warten; eine Klingel zum Rufen wäre sinnvoll, damit man als Gast nicht wie dumm dasteht.

Der Außenbereich ist geprägt durch den temperierten großen Pool und den Whirlpool sowie die Zeremoniensauna. Die Flächen dazwischen und der Rasen wirkten auch in der unwirtlichen Herbstzeit gepflegt. Viele Türen zum Außenbereich ermöglichen auch in der heißen Jahreszeit den stetigen Gang an die frische Luft. Raucher haben ihre eigene - ebenso luxuriöse - Ecke. Die Dusche vor der Zeremoniensauna ist etwas "schwach auf der Brust".

In den Toiletten fehlen leider die üblichen Tafeln, wer wann geputzt hat. Tatsächlich fand eine sehr intensive Reinigung in den Abendstunden statt – völlig ausreichend.


Eine Fülle an Zeitschriften findet sich im Gastrobereich.


Auch dem privaten Saunaerlebnis steht nichts im Weg mit separaten Lounges.


Getrübt wurde der schöne Tag durch den dreisten Diebstahl eines unverwechselbaren übergroßen Handtuches am Außenpool während eines nicht mal einminütigen Schwimmens. Suchen und Befragen waren erfolglos – die Beute wurde schnell in Sicherheit gebracht. Auch solche Gäste kehren hier also ein und aus und es empfiehlt sich selbst ein Handtuch stets im Auge zu behalten.

Dennoch muss dieser Anlage bescheinigt werden, dass enorme Kosten investiert wurden und engagiertes Personal im Einsatz ist. Aufgeführte Kleinigkeiten rütteln nicht an einer Spitzennote:

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