64390 Erzhausen, Die Sauna

Kostenfreie Parkplätze direkt vor dem Eingang

11 bis 24 Uhr Einlass zwar kurz vor 11 Uhr, Aufgüsse starten aber erst ab 12 Uhr. Der Beginn ist am Wochenende eindeutig zu spät, da Saunagänger oft auch Frühaufsteher sind. Die schönen Schwimmbecken laden zudem zum frühen Schwimmen ein. Da tröstet es auch nicht, dass bis 24 Uhr geöffnet ist. Schließlich muss der idR. berufstätige Gast am nächsten Morgen wieder früh aus den Federn.

 

Die frühesten Gäste waren übrigens Rentner. Eine Zielgruppe, die nicht nur früh aufsteht, sondern zukünftig eine noch größere Bedeutung einnehmen wird. Das scheint hier – bis auf die Seniorentarife - aber noch nicht angekommen zu sein.

Tagespreis 23 €. Der Gutschein aus dem Saunaführer führt zu einem Nachlass von 10 €. Insgesamt ein leicht erhöhter Preis, der gerade noch akzeptabel ist.

Wir wurden freundlich begrüßt und eingewiesen. Einen solchen Empfang haben wir noch nie erlebt. Der Mitarbeiter tat sein Bestes und wir waren hellauf begeistert. Sehr vorbildlich!

Männer und Frau kleiden sich gemeinsam aus und an. Die Kombination zwischen Schlüssel und Chip ist nicht in jedem Fall optimal. Der Steckschuh für den Schlüssel ist nicht immer passend. Der dann herausfallende Schlüssel ist einfach lästig.

Innen: Finnische Sauna, Biosauna, Dampfbad, 2 Infrarotkabinen, 2 weitere Saunen

Außen: Blockhaussauna

 

In der Soledampfsauna wahren wir Zeugen eines Schauspieles. Eine Dame, die sich selbstsicher gab – wohl Stammgast – reinigte sich ausführlich und pflegte sich anschließend mit Honig. Anfangs war sie gar nicht zu sehen. Wir hörten immer nur das Geklapper ihres Schmuckes. Das ging so gute 10 Minuten. Dann tauchte zuerst ihr Turban umwickelter Kopf über den Armaturen in der Mitte des Raumes auf. Sekunden später ihr honiggesalbter Körper. Nahezu unheimlich das Ganze.

 

Der schon aus dem Saunaführer bekannte Superdampf hier hatte dem Schauspiel eine ganz besondere Note verliehen. Damit war es aber noch nicht vorbei. Nun stand die Dame direkt an den Armaturen und nahm für die nächsten 10 Minuten allen erhaschbaren Dampf in sich auf. Man kann nur staunen, was sich Stammgäste immer wieder so gönnen.

Die Aufgüsse finden regelmäßig - erstmals um 12:00 Uhr - zur vollen Stunde statt. Jonas nimmt leider keinen Einfluss auf störende Gäste.

So waren die Aufgüsse am 11.12.11 von 12 bis 17 Uhr auch eine mittelschwere Katastrophe. Die unerzogenen Gäste konnten reden wie ihnen der Schnabel gewachsen war. Gleichwohl sich - wie später bei Gesprächen zu erfahren war - hieran circa 90% der Gäste störten, war es Jonas egal. Er zog seine Sache durch.

 

Um 18 Uhr waren dann nicht nur die Plaudertaschen verschwunden; auch Axel übernahm nun den Aufguss. Viele Minuten vor Aufgussbeginn saßen die Gäste brav und schweigsam in der Sauna und warteten auf das Event. Warum also - fragt sich der geneigte Besucher - muss die Mehrzahl der Gäste unter einer Minderheit beziehungsweise einem unfähigen Aufgießer leiden?

 

Kleine Nettigkeiten (ein kühles Getränk oder ein Stück Obst) gab es leider bei keinem Auguss. Dafür gab's einen Pfefferkuchen-Aufguss, den wir mit unseren Handtüchern noch mit nach Hause nehmen konnten - eine schöne Erinnerung.

 

Komische Angewohnheit der Gäste hier: Die letzte Aufguss-Runde hat gerade begonnen. Da wird schon wie wild auf den Bänken herum geklopft. Aus anderen Anlagen ist bekannt, dass diese Geste immer dann zum Tragen kommt, wenn besonders angespornt werden soll. Hier war das aber eine Regelmäßigkeit, die schon lästig und albern wirkte. Natürlich wurde dann zum Schluss nocheinmal geklopft.

Neben den perfekten Saunen ist dieser Bereich ein weiteres großes Plus dieser Anlage. Nicht nur üppig und gut, sondern auch mit einem perfekten Wasserstrahl, was heute wirklich in anderen Anlagen gesucht werden muss. Allein die drei großen Schwimmbecken sind lobenswert. Das größte Schwimmbecken beinhaltet sogar noch eine Ecke für einen Whirlpool.

Der Schlafraum bietet keine dafür notwendige Ruhe: Der große, ursprünglich weiße Lüfter ist nicht nur schwarz verdreckt, sondern auch permanent in Betrieb und laut. Hinzu kommt Entspannungsmusik in Zimmerlautstärke, die selbst unter Kopfhörern mit eigener Musik noch wahrgenommen wird. Da tröstet es auch nicht, dass hier Wasserbetten stehen und der Raum videoüberwacht ist. Fragen an den Betreiber:

  1.  Warum wird der Lüfter nicht gereinigt?
  2.  Warum läuft er fortwährend?
  3.  Warum muss in einem Schlafraum überhaupt Musik laufen?

 

Die offene Bauweise wird im Saunaführer zwar angepriesen, ist aber Ursache für enorme Geräuschentwicklung durch Lüftungsanlage, Duschen und Menschen. Der Ruhesuchende wird hier herb enttäuscht. Durch Glaswände könnte die bestehende optisch ansprechende offene Struktur erhalten bleiben aber gleichzeitig auch für Ruhe gesorgt werden. Zur Zeit nimmt kaum ein Gast Rücksicht auf den anderen. Es ist ja schon so viel Unruhe und Lärm. Warum dann sich selbst im Flüsterton unterhalten oder die Zeitung leise lesen, geschweige denn unwichtige Telefonate eben nicht führen?

 

Lautes Gebimmle mit einer Handglocke zwischen den Liegereihen 10 Minuten vor dem Aufguss im ganzen Haus erinnert hier nicht an den Eismann, sondern holt auch den verschlafendsten Gast aus süßesten Träumen, wenn’s denn mal mit dem Einschlafen geklappt hat. Geht’s noch?

Das Gastronomieangebot überzeugte uns nicht. Im Speck gebratene Knödel, bayerischer Wurstsalat oder weihnachtlicher Gänsebraten schienen uns nicht das für Wellness passende Menü zu sein. Sicherlich gab es auf der Karte noch das eine oder andere. Aber auch das war nicht nach unserem Geschmack.

 

Besonders schade: Selbst am 12.12.2011 war auf der Website noch die Wochenkarte vom 30.11 bis 06.12.2011 - siehe unten. Eine stete Aktualität der Website gehört ebenso zu einer professionellen Anlage wie alles andere.

Der Außenbereich ist relativ pflegeleicht angelegt und dient in erster Linie als Stellplatz für die Liegen im Sommer. Das ist gut so und für alle Beteiligten von Vorteil. Besonders schön: Das (im Winter nicht betriebene) Blockhaus mit dem Gastronomiebereich in unmittelbarer Nähe des Schwimmbeckens im Außenbereich war ebenso erleuchtet wie Letzteres. Das erfreut die Gäste zurecht.

Das Obergeschoss dient dem Anwendungsbereich. Hier kann der Gast gegen ein gesondertes Entgelt Massagen etc. in Anspruch nehmen.

 

Zum Lesen wird den Gästen ausreichendes Material an Zeitschriften geboten.

 

Interessant I: Wir haben noch nie so viele Gäste beobachtet, die sich nach dem Toilettengang nicht die Hände waschen.

 

Interessant II: Ein Getränkeautomat mit Preisen zwischen 1,50 und 2 € lud zum Kauf ein. Wir haben aber keine Aktivitäten am Gerät vernehmen können. Statt dessen tropfte es in der Nähe permanent von der Decke am rechten Ausgang zum Außenbereich.

 

Eine sich nicht duschen wollende Dame hatte auf Ansprache auch kein Einsehen und lief unverdrossen im Fußbad herum, gleichwohl sie soeben schweißgebadet die Aufgusssauna verließ. Pfui.

 

Viele Schilder ermahnen die Gäste, dass

a)    mit Handtüchern belegte Liegen abgeräumt werden oder
b)   der Verzehr mitgebrachter Speisen aus hygienischen Gründen nicht erlaubt ist.

 

Folgende Schilder fehlen aber und sind dringend notwendig:

a)     Nach der Sauna und vor dem Fußbad bitte duschen.
b)     Beim Saunieren bitte Ruhe.

 

Absolut unzureichend in dieser Anlage: Möglichkeiten zum Aufhängen der Handtücher. Sei es im Liegebereich an der Fensterfront oder vor den Schwimmbecken innen und außen. Innen legen die Gäste ihre schweißgetränkten Handtücher auf die Heizkörper. Entsprechend muffig ist auch die gesamte Luft in der Halle.

Dem Betreiber muss bescheinigt werden, dass er nicht nur sehr viele gute Ansätze hatte, sondern diese auch größtenteils hervorragend umgesetzt hat. An manchen Stellen muss allerdings noch deutlich nachgearbeitet werden. Die hierfür größte Investition wäre allerdings die akustische Entkopplung. Bevor diese nicht umgesetzt ist, kann die Anlage einem Ruhe suchenden Gast nicht empfohlen werden.

 

Unsere Bewertung:

 

Wochenkarte
Die Sauna im Erzhausen - Wochenkarte.pdf
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Kommentare: 6
  • #1

    Matthias (Donnerstag, 04 April 2013 14:22)

    Hallo liebe Bewerter,

    Ich gehe selbst gerne nach Erzhausen in die Sauna. Ich schätze dabei dass man sich dort nicht flüsternd wie in einem Sanatorium bewegen muss, weiterhin genieße ich die Gespräche vor, während und nach dem Aufguss. Mag sein dass das nicht jedem gefällt, ich komme damit gut zurecht und ich denke die anderen mit den ich spreche auch, ein ermahnender Angestellter der den Aufguss macht wäre da für mich fehl am Platz. Vielleicht liegt es daran dass ich gerade 40 geworden bin.

    Gruß
    Matthias

  • #2

    Carsten P. (Freitag, 07 März 2014 21:25)

    Die Lautstärke der Rentner fällt wirklich sehr zum Nachteil von Ruhesuchenden auf. Rentner lassen sich auch nichts sagen, werden grad noch lauter.
    Die Küche ist seit 2 Jahren eine Katatrophe. Der seit dem beschäftigte Koch kann leider kein Fleisch saftig braten. Sehr ärgerlich und furztrocken.
    Früher haben wir immer dort zu Abend gegessen. Heute tun wir uns das nicht mehr an.
    Grüße Carsten

  • #3

    Kirsten (Donnerstag, 03 April 2014 15:56)

    Super Sauna! Tolles Restaurant und genau das Richtige für jeden Ruhe suchenden!
    Immer wieder gerne...

  • #4

    Markus S. (Sonntag, 07 Dezember 2014 21:54)

    Ich bin regelmäßiger Saunagänger und bin auch öfter in schon Erzhausen gewesen. Zunächst hat es mir relativ gut gefallen, bis auf die Events, bei denen mehr Show gemacht wird, als ein vernünftiger Aufguss, was ein wenig an Kindergarten erinnert. Auf den ersten Blick ist das Personal sehr freundlich. Aber dann musste ich miterleben, wie dort mit ein Mitarbeiter (wahrscheinlich leitender Mitarbeiter) mit den Gästen umging, was meiner Meinung schon Grenzwertig war.

  • #5

    Olaf S. (Dienstag, 03 März 2015 13:41)

    Hallo zusammen, es ist offensichtlich überall gleich. Anstatt die Sauna als einen Ort der sanften Kommunikation zu nutzen(wie die Finnen) kommen immer wieder Oberlehrer, manchmal auch in Form von sogenannten "Bewertern" daher, die dem Ort der sanften Kommunikation ein starres Korsett überziehen müssen und erwachsenen Menschen den Mund verbieten. Ich frage mich warum eigentlich? Ich denke, dass sie sich hinter einem falschen Ruhebedürfnis verstecken, weil sie selbst nicht im sich im Reinen sind. Wer in sich selbst keine Ruhe findet, wird auch keine Ruhe finden, wenn er Sprechverbote erteilt. Entspannen sie sich, hören sie auf ihr innerstes Bedürfnis und sie werden sehen das sie die Geräuschkulisse gar nicht mehr wahrnehmen. Sie müssen nur wollen und einfach loslassen. Es ist nicht wichtig, was gesprochen wird. Ich bin nur hier um loszulassen und die Wärme zu genießen und nicht um im Oberlehrerstil fremden Menschen meine persönlichen Wertevorstellungen aufzuzwingen. Aber in Deutschland wird man das nie begreifen und wird man auch nie wirkliche Toleranz entwickeln. Immer schön spießig nach dem Prinzip "Das macht man aber nun mal so und nicht so". Ich jedenfalls genieße die Sauna seit Jahren, auch wenn manches nicht nach meinem Geschmack ist und die Zahl der stetig besserwissenden Oberlehrer immer mehr wird. In diesem Sinne "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden".

  • #6

    Gabriele Behnke (Samstag, 26 Dezember 2015 11:49)

    Mir gefällt es viele Jahre in dieser Sauna. Das Personal ist durchweg freundlich schon so viele Jahre...das finde ich außergewöhnlich...Sie hat genau die richtige Größe und ist ausgesprochen ordentlich...Ach ja ich mache mich jetzt aus..wohne übrigens in Gernsheim.

Seitwert