01169 Dresden, Elbamare

Die Abfahrt zum Parkplatz durch die Schranke ist für Ungeübte eine Herausforderung und birgt das Risiko Schaden am Auto zu nehmen. Ansonsten viele freie Plätze – noch kostenlos. Die Schranke an der Zufahrt eröffnet weitere Möglichkeiten …

Wir waren am 20.07.15, einem Montag, dort.  Geöffnet ist an 7 Tagen von 10-22 Uhr.

Tageskarte 16,50 €. Ein stolzer Preis für Leistung und Region.

Der Gast muss gut organisiert sein. Er erhält zur Aufbewahrung

  1.  das Armband mit Barcode,
  2.  die Plastikkarte für den Umkleideschrank und
  3.  den Bon

– bezahlt wird erst am Ende des Besuches.

Zunächst geht es 2 Treppen hinab – wer nicht gut zu Fuß ist, hat das Nachsehen. Dort finden sich dann sehr schmale Umkleidekabinen. Familienumkleiden konnten wir nicht finden.


Die Plastikkarte in der Schranktüre hält der Gast nun ein überholtes Band mit Schlüssel in Händen, dessen Schlüssel sich in der Sauna aufheizt. Ein Plastikschuh zum Verstauen des Schlüssels am Band? Fehlanzeige. So haben eben viele Gäste 2 Bänder am Arm und ärgern sich im Saunagang über heiße Schlüssel. Das Schließsystem ist hoffnungslos veraltet und wartet auf Austausch.


Nach der Umkleide und Duschen geht es backstage wieder 2 Treppen hinauf und danach gleich links. Im Umkleidebereich selbst sucht der Gast vergebens nach Hinweisschildern.

Finnische Sauna, Biosauna, Dampfsauna, Blockhaussauna - das war’s

Diese finden faktisch nur in der Finnischen Sauna statt. 2 x am Tag werden Minzkristalle in der Blockhaussauna aufgelegt – ohne Aufguss.


Wir lernten einen älteren Herrn und eine Dame kennen, die sich anschickten Aufgüsse durchzuführen. Durchlüftet wurde die Sauna nur passiv durch Öffnen der Tür – von den Gästen. Der Ältere gab an Einweisung allein diese mit auf den Weg: “Ich habe Grapefriut mitgebracht.“ Die Dame sagte zuvor noch: „Guten Tag“. Im gesprächsfreudigen Sachsen hätten wir nicht nur eine kurze Nennung des Vornamens, sondern auch qualifizierte Einweisungen erwartet.


Beim Wedeln waren beide gleich langweilig. In jeder der 3 Runden wird zunächst der Duft verwedelt, dann geschlagen. Der nur zu 1/3 gefüllte Eimer wurde geleert. Auch hier wird leider geklatscht. Das ist besonders dann eklig, wenn zuvor im Aufguss Joghurt auf die Haut aufgetragen wurde und nun alles via Luft verteilt wird. Das Personal ficht das nicht an. Die Flecken auf dem Holz sprechen eine eigene Sprache.

Nach einem Obstaufguss gibt es einen kleinen Vitaminsaft.

Das ist das Highlight der Saunaanlage. Die Duschen sind absolut spitze. Kurz aber richtig kräftig. Gleich daneben ein Tauchbad, das aber nicht so kalt war wie erwartet. An der Dusche mit Warm und Kalt irritiert, dass der rote Punkt gen Boden gerichtet sein muss, wenn es warm sein soll. Üblich ist die Ausrichtung nach oben. Gleich in der Nähe ist ein Whirlpool.

Der dafür vorgesehene Ruheraum beinhaltet 10 Liegen. Hier herrscht Ruhe wie ein schönes Bild berichtet. Die Tür schließt angenehm leise. Ein Schildbürger brachte die Uhr entgegengesetzt der Blickrichtung der Gäste in deren Rücken an, obwohl eine Säule rechts der Tür perfekt für die Anbringung wäre.

 

Ausruhen kann man sich unter erschwerten Bedingungen im Umfeld der Blockhaussauna. Dort ist angenehm frische Luft, leider an deren Ende aber auch die Raucherecke – toll. Irgendwas ist immer. Hinzu kommt der Lärm der Kinder aus dem Badebereich, die außen schwimmen.

 

Saunagäste haben im übrigen kein Privileg nackt schwimmen zu können – ausgenommen in der Saunanacht von 22 bis 1 Uhr. Auch im Umfeld der Blockhaussauna fehlt eine Uhr.

 

Außen kann der müde Körper ebenfalls auf sehr bequemen Liegen gebettet werden. Dort sind es ca. 10 Plätze. Nachteile:

  1. Den gesamten Tag ist man der prallen Sonne ausgesetzt, Schatten ist nur bei Witterungswechsel möglich
  2. Sonnenschirme? Fehlanzeige
  3. Von den umliegenden Wohnblöcken können gute Fotos der Nackedeis ins Internet gepostet werden 

Auf Grund der zentralen Lage im Wohngebiet ist man akustisch live dabei wenn die Kinder Spaß auf dem Spielplatz haben; dito bei Gesprächen hinter dem Zaun aus dem Bereich der bildungsfernen Schichten – also Ohrstöpsel mitnehmen.

An der Bar in der Sauna gibt es lediglich Getränke. Im Badebereich gab es sicher auch etwas zu Essen. Wir haben uns selbst versorgt.

Dieser umfasst den oben beschriebenen Bereich mit Chancen bald im Internet gefunden zu werden. Das wenige Grün wirkte wenig gepflegt – gerade hinten. Eine Uhr fehlt hier. Deshalb verpasst man auch immer den Aufguss.

Der ältere Aufgießer war der Meinung, dass es ok ist, in vermeintlich freier Zeit zwischen den Aufgüssen am Computer Karten zu spielen und ahnte nicht, dass dies von den Gästen gesehen wird, die links hinter ihm an der Bar vorbei gehen.

 

Die Dame des Hauses trank zu Schichtbeginn um 14 Uhr ein Glas Joghurt – das leere Glas stand um 18 Uhr noch immer unappetitlich auf der Theke.

 

Wer etwas zum Lesen sucht, kann auf einen Fundus von Zeitschriften nahe der Bar zugreifen. 

 

In den Toiletten fehlt die Übersichtstafel, wann von wem geputzt wurde - wir haben niemanden gesehen, der am Tag geputzt hat.  

 

Alle Kübelpflanzen waren trocken. Gut, dass dafür alle Böden am Morgen mit Wasser gesprengt werden – die Wasserlachen standen auf Grund der Bodensymmetrie bis zum Abend.

Die Anlage enttäuscht in vieler Hinsicht. Gar nicht auszumalen ist ein Besuch in der Winterhochsaison. Dann schieben sich hier die Leiber. Das Personal erfüllt noch nicht mal seinen Job; Engagement ist ein Fremdwort. Wer in der Nachbarschaft wohnt, kann schnell mal vorbeischauen. Gäste mit Anspruch fahren sicher nach Bad Schandau … Für Dresden ist die Anlage mit wohl klingendem Namen einfach nur peinlich. Die Chance einem sehr kleinen Publikum einen überragenden Service angedeihen zu lassen und sich somit ein Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen, wird noch nicht einmal im Ansatz erkannt.

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