68723 Schwetzingen, bellamar

Kostenfreie Parkplätze in einer Seitenstraße, die Ampelphase zum Überqueren der Straße dauert doch recht lang. Wichtig für die Anreise: wer sich auf die Adresse im Impressum der Website verlässt, ist absolut verlassen. Denn dort sitzt nur die Geschäftsleitung. Der mit dem Auto anreisende Gast sollte sich also auf die Beschilderung verlassen, wenn er das 1. Mal anreist.

toll: am Samstag 7 bis 22 Uhr

nicht gerade prickelnd: am Sonntag 9 bis 20 Uhr; gerade Einheimische, die es nicht weit haben, leiden besonders unter der frühen Schließung. Gerade in den Monaten, in denen es lange hell ist, wird der Gast ohne Not schon kurz nach 19 Uhr (letzter Aufguss) genötigt seine Sachen zu packen. Hier verschenkt der Betreiber unnötig zusätzliche Einnahmemöglichkeiten.

Tagespreis am Sonntag 13 €. Das ist günstig. Ungünstig ist dagegen das Einchecken. An einem Sonntag-Nachmittag stand draußen eine Schlange von ca. 10 m. Drinnen gibt es nur einen Schalter, der völlig überfordert ist. Für einen 2. Schalter müssten Umbaumaßnahmen durchgeführt werden. Hier ist offensichtlich völlig fehl geplant worden. Wartezeit somit eine halbe Stunde.


Gut: für die uralten Schränke muss später ein 2 €-Stück bereitgehalten werden – daran wird auch schon am Eingang erinnert. Das Drehkreuz passiert man mit einer Chipkarte, die nur dafür Verwendung findet und somit später im Schrank bleiben kann. Etwaige Getränke oder einen Imbiss kann man mit dieser Chipkarte nicht bezahlen.

Empfehlung: bis zum Ende durchgehen und dann im Sauna-Bereich umkleiden. Zügig ausziehen, hier ist es völlig überhitzt. Für das obige 2 €-Stück erhält man einen uralten Schlüssel. Die Schränke sind groß und klein, wobei der Gast in den kalten Monaten sicherlich die großen Schränke bevorzugen sollte, damit eine aufgehängte Jacke nicht auf dem Boden liegt, wo auch die Schuhe stehen, und unnötig schmutzig wird.

Innen: Finnische Sauna, Biosauna

 

Außen: Finnische Panorama-Sauna, normale Aufgusssauna


In der innenliegenden finnischen Sauna findet abwechselnd zu jeder 2. Stunde ein Aufguss statt – hierzu später. Leider ist sie für den Aufguss viel zu klein. In der Biosauna stört ein lautes Lüftergeräusch.

Die neu erbaute Panorama-Sauna ist leider auch für den Aufguss viel zu klein.

Aufgüsse finden zu jeder Stunde statt. Wer an einem solchen Aufguss teilnehmen möchte, muss für einen guten Platz (und das ist nicht die unterste Bank) schon 10 min vorher seinen Platz einnehmen. 6 min vor Beginn des Aufgusses ist die Sauna schon voll. Wie später noch zu erfahren sein wird, erfüllt das Personal hier lediglich seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Von Engagement kann leider nicht die Rede sein. Ansonsten würde bei einem solchen Ansturm ein zusätzlicher Aufguss zur halben Stunde angeboten werden. Hier indes begegnet man dem Dienst nach Vorschrift.

 

Die Aufgüsse werden eher laienhaft durchgeführt. Weder erfolgt eine verständliche noch ausführliche Einweisung, noch wird professionell gewedelt oder gar geschlagen. Aufgegossen werden höchstens 3 x 5 Löffel. Der Eimer wird nur zur Hälfte gefüllt hereingetragen. Aufgießerin Janett bevorzugt beim Aufgießen den linken und mittleren Bereich des Ofens. Der rechte Bereich bleibt völlig außen vor. Von einem Event-Charakter sind die Aufgüsse in dieser Anlage meilenweit entfernt.

 

Da hilft es auch nichts, wenn Apfelspalten in Zimmertemperatur nach dem Überraschungsaufguss serviert oder beim Eukalyptus-Aufguss Eukalyptusbonbons gereicht werden.

Beides leider sehr unprofessionell: wenn Obststücke gereicht werden, dann doch bitte gekühlt. Wenn Bonbons gereicht werden, dann doch bitte auch die Bonbonpapierchen gleich danach einsammeln.

 

Innen informiert ein Aufgussplan über den stündlich stattfindenden Aufguss. Die Düfte sind schon für ein halbes Jahr vorprogrammiert. Selbst an einem warmen Nachmittag am 10.03.2012 werden noch Erkältungsdüfte angeboten. Flexibel ist das nicht. Das Duftprogramm ist insgesamt das übliche, was die Chemie zu bieten hat. Von Kreativität kann hier keine Rede sein.

 

Lobend muss erwähnt werden, dass sich sowohl die Gäste von allein während des Aufgusses und auch sonst still verhalten haben und die Aufgießerin Janett beim kleinsten Muks schon die Stimme erhob. Das ist vorbildlich.

Innen und außen großzügig.

Im Außenbereich ist ein Ruheraum vorhanden, der bei unserem Besuch konstant
32 °C warm war. Eine Mitarbeiterin auf diese Wärme hin angesprochen, öffnete die Fensterfront, damit frische Luft eindringen konnte. Die Heizungsanlage störte das nicht besonders, es wurde noch mehr Wärme abgegeben, so dass sich am Ende des Tages die Temperatur nur auf ca. 31 °C einpendelte. Ein Regulieren der Heizungsanlage sei ihr nicht möglich, sondern nur dem Techniker vergönnt. Das könne erst am nächsten Tag geschehen. Wer also beim Aufguss keinen Platz fand, konnte im Ruheraum ordentlich schwitzen.

 

Auch wenn es sich um einen Ruheraum handelt, wurde dort nach Herzenslust raschelnd Zeitung gelesen. Das ist nicht jedermanns Sache. Die zuvor die Fenstertür öffnende Mitarbeiterin sah allerdings keinen Handlungsbedarf den Störenfried angemessen anzusprechen. Wer sich hier selbst zu helfen weiß, ist also klar im Vorteil.

 

Besonders negativ an dieser Anlage ist die Einstellung der Mitarbeiter zum Gast. Aus überhaupt nicht nachvollziehbaren Gründen ist es Politik dieser Anlage, dass Gäste ihre Taschen grundsätzlich nahe des Eingangsbereiches in einem Regal abzustellen haben. Die Geschäftsführung oder die Mitarbeiter sind wohl der Auffassung, dass der Erholung suchende Gast heute nur mit einem Handtuch bekleidet eine Sauna-Anlage aufsucht. Das man ein 2. Handtuch, ein Buch, etwas zum Musik hören oder auch eine Handcreme dabei hat, die man in einer Tasche unterbringen möchte, ist diesem Hause fremd.

 

So waren wir Zeugen einer Belehrungsszene. Zu zweit erschien die Aufgießerin Janett mit männlicher Begleitung und forderte alle Gäste, die im Ruheraum eine Tasche abgestellt haben, zur sofortigen Entfernung auf. Dem Einwand, dass im besagten Regal kein Platz für weitere Taschen sei, begegnete Janett mit dem Hinweis, der Gast solle es versuchen. Dem Gast wird in diesem Haus also das Unmögliche abverlangt. Nicht nur das ist schon eine Frechheit, sondern auch die Bevormundung und Gängelung eines zahlenden Gastes.


Im Übrigen: Die "dreist" von den Gästen aufgestellten Taschen standen niemandem im Weg und waren diskret unter den Liegen verstaut.

 

Im Ruheraum fehlt eine Möglichkeit Handtücher zum Trocknen aufzuhängen.

 

Am Eingang des Ruhrraumes wird der Gast darüber informiert, dass der Verzehr von Getränken und Speisen nicht erwünscht ist. Getan hat es dennoch jeder. Über solcherlei Aushänge lacht doch der Gast und der Gastgeber gerät zur Witzfigur.

Wir haben uns ein Welde-Radler 0,5 für günstige 2,30 € gegönnt, das frisch aus der Flasche eingegossen wurde. Geschmacklich hatte es aber nicht viel zu bieten. Von Spritzigkeit war keine Rede.

Die Außenanlage ist geprägt durch eine lang gezogene Wasserlandschaft, die aber bei unserem Besuch am 10.03.2012 eher trist daher kam. Möglicherweise werden Pflanzen erst später gesetzt. Zumindest war das Wasser klar und von der Panorama-Sauna konnten wir beobachten, wie ein Rabe ein Bad nahm. Das war schön.

 

Nicht so schön sind indes die Außenwände des Schwimmbades. Offensichtlich dem Bildungswahn erlegen wurden auf der Innenseite der Fensterflächen Zitate angebracht, die zwar das geneigte Publikum im Schwimmbad lesen kann, nicht jedoch der Besucher in der Sauna-Anlage. Wir durften uns also an der Spiegelschrift erfreuen – das ist eine schlichte Beleidigung des Sauna-Gastes. Auch hier fragt sich der geneigte Gast, was sich die Betreiber hierbei gedacht haben. Besonders komisch: der Ausblick aus der Panorama-Sauna ist direkt auf diese Fensterwand gerichtet, toll!

 

Wer eine Runde in der Außenanlage gehen möchte, stellt mit Erstaunen fest, dass bei der Projektierung bewusst oder unbewusst eine Sackgasse geschaffen wurde, an deren Ende ein Tisch mit Stühlen steht. Warum dieser Bereich der Wasseranlage nicht umrundet werden kann, erschließt sich dem Betrachter nicht.

 

Anstatt einen optisch auffälligen Türstopper am Eingang der Panorama-Sauna anzubringen, wird die Verantwortung für etwaige Schäden bei Wind direkt in die Hände des Saunagastes delegiert. Ein großes Schild an der Tür fordert den Saunagast auf, doch die Türe festzuhalten. Dreister geht es nimmer.

 

Gleichwohl lobenswert eine Raucherecke im Außenbereich einzurichten, mussten wir als Nichtraucher feststellen, dass der Rauch doch recht weit in die Anlage hineinweht. Schade, dass der Rauch nicht über die Rückwand abgeführt wird.

Bei dieser Anlage wird dem Gast mal wieder deutlich vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn eine solche Einrichtung unter kommunaler Verwaltung steht. Hochwertigste Materialien werden zur Verfügung gestellt, aber das Personal ist nicht auf der Höhe der Zeit. Es versteht nicht, dass es von den Gästen lebt und diesen ein besonderes Erlebnis zu bieten hat. Unternehmerisches Denken? Wurde hier noch nie gesichtet! Da tröstet es am Ende auch nicht, dass der Preis von 13 € doch recht günstig ist.

 

Die Verschwendung von Steuermitteln durch verantwortungslosen Umgang mit Energie ist zudem sehr bedenklich.

Hier muss noch einiges getan werden, damit der Gast mit einem oho-Gefühl nachhause kommt. Gegenwärtig ist es erstaunlich, mit wie viel Mittelmäßigkeit sich doch der Gast zufrieden stellt. Der Geschäftsleitung und dem Team empfehlen wir einen kommunalen Erfahrungsaustausch mit dem Badehaus in Rödermark, das als kommunaler Betreiber in der Region eine Spitzenposition einnimt - einschließlich ganztätigem Aufenthalt in der Sauna. Oder auch mal nach Landau fahren!

 

Unsere Bewertung:

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Kommentare: 2
  • #1

    Andreas (Mittwoch, 14 März 2012 22:26)

    Sehr lobenswert: am 14.03.2012 erreicht uns die Nachricht vom Bäderleiter Michael Diessner, dass die oben angesprochenen Kritikpunkte zeitnah mit dem Team besprochen werden

  • #2

    Friedrich (Dienstag, 29 Oktober 2019 10:41)


    Man wird aus der Sauner verwiesen weil gerade ein Aufguss angefangen hat vor 2min wo man gerne mit rein will. Der Mitarbeiter hat Sich vor mich gestellt und mich nicht vorbeigelassen. sowas nen ich mal kundenfeindlich das war das letzte mal wenn man dafür Eintritt bezahlt. Und noch angekeift wird. Weil man 2min zuspät in die Sauna kommt wo der Aufguss stattfindet. Definitiv nicht empfehlenswert die nächste Mitarbeiterin fing darauf gleich dumm an mit mir zu babbeln was ich wolle.