53359 Rheinbach, monte mare

Ausreichend kostenfreie Parkplätze.

9-23 Uhr, Freitag und Samstag bis 0 Uhr, Sonntag bis 21 Uhr

Die Tageskarte am 20.02.18 kostete 28 €. Von sich aus wurde umfänglich und freundlich aufgeklärt wo es lang geht. Mit dem leichten Chip geht es nun die Treppe hinauf zum Umkleidebereich.

Männer und Frauen kleiden sich zwar gemeinsam, besser aber einzeln in den sehr engen Kabinen um.  Der leichte Chip verschwindet nun in einem Schlüssel aus dem vorherigen Jahrhundert und wird wie ein Mühlstein am Hand- oder Fußgelenk befestigt – Hilfe! Gut: Ohne den ewig überschwemmten Nassbereich frequentieren zu müssen, kann direkt der Ausgang zum Schwimmbad genommen werden. Links an den Bahnen vorbei geht es geradezu zum Saunabereich. Drehkreuz mit dem Schlüsselklotz passieren.

Innen: Brechelbad (65° C), Dampfbad (42-45° C), Aufguss-Sauna (85-95° C bei 8-30% rel. Luftfeuchtigkeit), Niedertemperatur-Sauna (65° C bei 15-30% rel. Luftfeuchtigkeit) – Aufzählung nicht vollzählig

 

Außen: Gartensauna (85-95° C bei ca. 15-25 % rel. Luftfeuchtigkeit), Erdsauna (90-100° C bei ca. 10% rel. Luftfeuchtigkeit), Teichsauna (70-80° C bei 10-30% rel. Luftfeuchtigkeit)

 

In allen Saunen werden die oben Sitzenden abgestraft. Es ist entweder keine Rückenlehne montiert oder die vorhandene bietet keine Möglichkeit das Handtuch dahinter zu klemmen – traurig für ein monte mare.

 

In der Dampfsauna ist der Wasserschlauch so ungünstig platziert, dass andere Gäste beim Säubern fast immer in Mitleidenschaft gezogen werden. Handwerklich eine Fehlleistung sondergleichen.

 

Die Lappland-Sauna lungert verloren im oberen Außenbereich herum und wartet auf zahlende Gäste. Diese dürfen für das Experiment auch noch lange laufen um sich nach dem Aufguss zu erfrischen.

Die Übersicht der Aufgüsse an der Theke zwingt den Gast, diese immer wieder aufzusuchen, will er nicht im Außenbereich in der letzten Ecke sein Informationsbedürfnis rudimentär befriedigen.

 

Die Aufgießer leisteten allesamt sehr gute Arbeit. Zu viel des Guten ist es, wenn auch der Nachname verkündet wird. Haben denn die Mitarbeiter keine Persönlichkeitsrechte?

 

Auch hier ist den Gästen gänzlich unbekannt, dass Klatschen nach dem Aufguss völlig out ist:

Kostenpflichtige Zusatzangebote greifen mehr und mehr Platz. Selbst für den Honigaufguss muss extra bezahlt werden – und das bei dem Eintrittspreis.

Ausreichend. Innen als auch außen. Außen kann auch warm geduscht werden. Besonders angenehm Duschen mit unterschiedlicher Wasserstärke.

Neulinge werden zuerst den Ruheraum links des Ausgangs zum Außenbereich entdecken. Hier ist es angenehm, aber doch recht frisch.

 

Empfehlenswerter ist der Ruhebereich, den man auf kürzestem Weg vom Eingang direkt über die Treppe erreicht, die sich links des Massage- und Anwendungsbereiches befindet. Oben angekommen bietet sich den Gästen eine wahre Oase der Ruhe. Hier lässt es sich sehr gut ausruhen und sogar schlafen. Zeitungsleser sollten strikt in die Schranken gewiesen werden! Leider ist es hier recht warm und sauerstoffarm. Mutige öffnen die Fenster auf Kipp und verschaffen sich so die nötige Sauerstoffzufuhr.

 

Leider fehlt hier ein für monte mare typisches Handtuchrondell.

 

Über das Angebot ein Boxspringbett ab 12 € je Tag zu mieten, kann man geteilter Meinung sein. Auch Liegemuscheln können so gemietet werden.

 

Oben wie auch unten runden kuschelige Decken das Wohlfühlerlebnis ab.

Der Gastronomiebereich beginnt gleich hinter dem Eingang und ist optisch kaum abgegrenzt. Das architektonische Manko erkennend hat die Geschäftsleitung nicht etwa durch brusthohe Paravents eine Einfriedung vorgenommen, um speisenden Gästen den Anblick nackter Leiber zu ersparen. Nein.

 

Man entschied sich lieber für 3 Meter hohe Rollups, auf denen die Gäste die Hausordnung studieren können und darin lesen, dass außerhalb der Duschen und Saunen Bademäntel zu tragen sind – natürlich und erst recht im Gastronomiebereich!

 

Wer dies nicht sofort verinnerlichte und eher locker den Bereich frequentiert, erntet von einer rothaarigen Servicekraft hinter der Theke ein lautes und penetrantes „Entschuldigung!“ nebst verständlicher Geste. Gratis erhält der so Denunzierte noch alle Blicke der Gäste. Verständlich, dass so die erste Lust auf ein Einkehren an dieser unwirtlichen Stelle erst einmal vergangen ist. Umsatz verschenkt!

 

Zieht es den Gast dann doch hierher, sucht er zunächst die Menükarten, die nicht etwa auf den Tischen sondern gestapelt an der Theke liegen. Daraufhin besagte Rothaarige angesprochen, klärt diese auf, der Gast solle sich zunächst an einen Tisch setzen. Man bringe ihm dann die Karte.

 

Wie oben beschrieben, darf man hier nur im Bademantel schwitzend dinieren. Wer sich nicht daran hält, wird vom Service informiert und muss sogar den Platz wechseln. Unten an den Kneipbecken stehen ca. 4 Tische für Widerspenstige, die ein Handtuch um die Hüfte für erträglich und ausreichend halten.

 

Am 20.02.18 war es zu warm für das Speisen im dicken Bademantel. Auch eine Servicekraft bestätigte die Hitze - und sie trug nur eine leichte Bluse, verwies aber loyal zum Arbeitgeber auf die Hausordnung. Wie wird es erst im Sommer sein? Hier werden die Probleme des Hauses in ein Problem des Gastes verwandelt. Man muss nur dreist genug sein! Haltet den Dieb! Der kann das mit sich machen lassen, muss es aber nicht. Abgesehen davon konsumiert ein schwitzender Gast weniger als ein Gast, der sich wohlfühlt. Wieder Umsatz verschenkt!

 

Der fair bepreiste Bon Gusto Salat für 12,90 € war lecker, umfasste aber für die Folienkartoffel zu wenig Sauercreme. Das extra hinzu bestellte Knoblauch-Baguette für 1,50 € umfasste 5 dünne Scheibchen. Dies als Baguette zu bezeichnen grenzt an Verbrauchertäuschung.

Der Außenbereich zeugt von gärtnerischer Architektur und vermittelt auch in der kalten Jahreszeit einen angenehmen Eindruck. Wer Ruhe und Entspannung sucht, findet zur linken Hand Aufstiege in die 2. Ebene, die auch Heimat de Lappland-Sauna-Wagens ist (19,90 € ab 3 Personen).

 

Im Außenbereich entsetzen die lustig vor sich hin heizenden Elektrostrahler, an und unter denen niemand sich aufhält. Energiesparen und Nachhaltigkeit sind in der monte mare-Welt erkennbar noch nicht angekommen.

In den WC-Anlagen fehlen Tafeln, wann wer zuletzt geputzt hat. Im unteren Ruheraum ist eine Uhr schwer zu finden. In gänzlichem Widerspruch zum generell hohen Qualitätsanspruch von monte mare steht das Plastikobst, das an verschiedenen Stellen dekorative Akzente setzen soll. Billiger kann die Entsagung kaum vollbracht werden.

Bis auf den Gastronomiebereich kann von gewohnter monte mare Qualität gesprochen werden.

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