76887 Bad Bergzabern, Südpfalz-Therme

Beim erstmaligen Besuch empfiehlt es sich, auf der Website die Hinweise zur Anreise zur Kenntnis zu nehmen. Diese sind zunächst insofern sehr wertvoll, als dort beschrieben wird, wo zu parken ist. Dem Nutzer eines Navigationsgerätes wäre jedoch sehr geholfen, wenn auf der Website auch gleich die Adresse des Parkplatzes , Rötzweg 9, angegeben wird.

 

Die Parkplätze am Haus des Gastes sind kostenpflichtig, wobei das Tagesticket mit 3 € günstig ist. Den unteren Abschnitt des Tickets legt man dann an der Kasse der Südpfalztherme vor und erhält 1,50 € erstattet. Eine sehr gute Lösung und daher lobenswert. Vom Parkplatz zur Südpfalz Therme sind es dann nur wenige Gehminuten.

Wir haben die Südpfalz-Therme am 04.04.2015 besucht. Die übliche Öffnungszeit an einem Samstag ist von 9 bis 23 Uhr. Da an diesem Tag ein Event ausgerufen war, schloss die Anlage erst um 1 Uhr. Mit diesen Öffnungszeiten wird man sowohl dem Frühaufsteher als auch dem Nachtschwärmer gerecht - sehr gut.

Obschon an unserem Besuchstag ein Event war, haben wir pro Person nur 16,50 € bezahlt. Wir finden, dass der Preis angesichts der später in Aussicht gestellten Leistung enorm günstig ist. Auf unseren Hinweis, dass wir zum 1. Mal da sind, wurden wir freundlich eingewiesen. Auf dem Chip des Armbands ist die Nummer des Schrankes aufgedruckt. Das Armband selbst ist sehr angenehm zu tragen.

Männer und Frauen kleiden sich gemeinsam aus und an. Zum Umkleidebereich ist zunächst eine Treppe zu überwinden. Eine weitere Treppe führt dann später hinauf zum Saunabereich. Interessant: der Saunabereich ist ohne weitere Hindernisse für jedermann zu erreichen. Es fehlen also die berühmten Drehkreuze.

Innen: Rosensauna 75°, Aroma-Licht-Sauna 60°, Montanus Grotte (Dampfbad 48° C)

Außen: Winzer-Schwitze (90° C), Duwwak-Schwitze (80° C)

 

Die Aroma-Licht-Sauna als auch die Rosensauna vermitteln aufgrund des optischen Zustandes den Eindruck, dass sie noch sehr neu sind. Tatsächlich leiden beide Saunen allerdings unter 2 großen Nachteilen:


1. Die Bänke knarren ohne Ende, so dass sich jeder Gedanke an Entspannung und Fallenlassen sogleich in Luft auflöst, wenn sich jemand auf den Bänken bewegt. Wer neu ist, erschreckt sich sogleich und entschuldigt sich bei den anderen Gästen. Hier liegt wohl offensichtlich ein Gewährleistungsfall vor. Man fragt sich, warum der Saunabauer hier nicht in Regress genommen wurde. In anderen Anlagen mit gleicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit knarren die Bänke nicht.

 

2. Dem planerischen Unvermögen ist es wohl zuzuschreiben, diese dem Wellnessgedanken folgenden Saunen an dieser Stelle zu positionieren. Hier kann man einfach nur den Kopf schütteln. Direkt vor den beiden Saunen befindet sich der fast pausenlos arbeitende Whirlpool, in dem die Menschen gegen den Lärm des Whirlpool die Stimme erheben um sich zu unterhalten. Direkt dahinter befindet sich der Nassbereich, der mit dem immer wieder plätschernden Wasser zusätzlichen Lärm verursacht. All diese Geräusche dringen nahezu ungefiltert an die Ohren derjenigen, die sich in diesen Meditationssaunen vergeblich mühen zur Ruhe zu finden.

 

Die Dampfsauna entwickelte bei unserem Besuch nur wenig Dampf. Der angebrachte Wasserschlauch ist leider viel zu kurz und nur dann sinnvoll einsetzbar, wenn man sich nahezu allein in der Dampfsauna befindet. Sind mehrere Gäste dort, bespritzt man unweigerlich die anderen beim Säubern des Platzes. Ein 2. Schlauch wäre auf jeden Fall sinnvoll. Positiv: vor dem Eingang steht fast immer ein Eimer mit Salz und sogar auch eine Flasche Honig.

Im zentralen Aufenthaltsbereich befinden sich 2 große Tafeln, auf denen mehr oder weniger schlecht lesbar über die nächsten Aufgüsse informiert wird. Im Außenbereich, wo die überwiegende Anzahl der Aufgüsse stattfindet, bleibt der Gast im Unklaren. Fast immer wird zur vollen Stunde in der Winzer-Sauna aufgegossen. Diese Regel gilt aber nicht uneingeschränkt. Sinnvoll wäre es daher, auch hier eine Tafel anzubringen.

 

Der Tag begann mit einem Aufguss einer jungen Frau, der nahezu perfekt war. Einziges Manko: Sie stellte sich nicht mit Vornamen vor. Besonders lobenswert: sobald Unruhe während des Aufgusses aufkam, sorgte sie wieder in angenehmer Weise für Ruhe. Den Blecheimer ließ sie geräuschlos schweben - danke für diese Professionalität!

 

In den anschließenden Aufgüssen bis ca. 15 Uhr eines reiferen Herrn, der sich leider auch nicht vorstellte, war es dann mit der Ruhe dahin. Er hatte die Gäste nicht im Griff und ließ jeden schwatzen wie er wollte. Lobend muss indes erwähnt werden, dass seine Aufgüsse stets zu einem leeren Eimer führten und er nach dem 2. Aufguss fragte, ob es uns noch gut geht.

 

Sowohl der jungen Frau als auch diesem Aufgießer war es kein Bedürfnis die Gäste auch nach dem Aufguss noch zu betreuen, also bei ihnen zu bleiben und sich um ihr Wohlbefinden zu kümmern.

 

Warum dieser Aufgießer während des Aufgusses die Außentür schloss, war uns unerfindlich. Die nicht festgestellte Tür führte immer wieder zu Staus nach dem Aufguss. Die junge Frau war an dieser Stelle schon aufgeklärter und sorgte für freien Auslauf.

 

Irgendwann im Laufe des Nachmittages begannen die speziellen Aufgüsse des Events. Im Abstand von 20 Minuten fanden Aufgüsse an verschiedenen Stellen statt. Von den Aufgießern stellte sich lediglich einer namentlich vor, G. Seine Aufgüsse möchten wir an dieser Stelle beispielhaft kommentieren:

 

So fand um 20:20 Uhr ein Klangschalenaufguss statt. Zum Unglück der diesem Aufguss beiwohnenden Gäste wurde er in der Rosensauna zelebriert. Bevor es jedoch losging, mussten es die 3 Klangschalen über sich ergehen lassen, dass man sie respektlos wie Kochtöpfe ineinander gesetzt in die Sauna trug. Ein absoluter Fauxpas. Klangschalen werden immer mit einem Tuch voneinander geschützt bewegt, wenn man sie ineinander setzt. Die weiter oben schon erläuterten Nachteile hinsichtlich der Geräuschkulisse direkt vor der Rosensauna entfalteten ihre volle Wirkung auch bei diesem Klangschalenaufguss.

 

Schade, dass der ansonsten sehr engagierte Aufgießer sich hier für den falschen Ort entschied. Ruhe oder gar meditative Stimmungen konnten hier nicht aufkommen. Warum hat sich der Aufgießer nicht für die Duwwak-Sauna entschieden? Dort ist ausreichend Platz, um die Klangschalen zu platzieren und aufgrund der Höhe der Sauna ist es ausgeschlossen, dass der Fächer immer wieder an die Decke stößt wie es in der Rosensauna  leider trotz bester Mühe passierte.

 

Beim Aufgießer G. konnten wir auch einen Banja-Aufguss in der Duwwak-Sauna wahrnehmen. Der Aufguss an sich war sehr schön. Leider war aber auch hier der Aufgießer der irrigen Ansicht, es gehöre zum guten Ton den Gästen den Rücken mit den Birkenzweigen abzuschlagen. Solcherlei Irrtümer bestehen auch im monte mare in Kaiserslautern.

 

Der Irrtum sei daher an dieser Stelle aufgeklärt: in einer russischen Banja zählt der gebundene Birkenzweig zu den persönlichen Waschutensilien eines jeden, der – wie ein Waschlappen oder die Zahnbürste – nicht an andere Personen weitergegeben wird - allein aus hygienischen Gründen. Allenfalls unter Freunden kommt die Weitergabe vor. In einer öffentlichen Sauna, in der man sich vielleicht soeben noch über einen pubertären pustelbesetzten Rücken ekelte oder sich andere Gäste während des Aufgusses den Rücken kratzten, ist es absolut unhygienisch wenn ein und derselbe Birkenzweig über ein Dutzend Rücken wandert.

 

Die Südpfalztherme bzw. die ausführenden Mitarbeiter wären gut beraten sich einmal in der Nachbarschaft (La Ola in Landau) über den dortigen Aufguss zu informieren. Dieser hat absolut Vorbildcharakter.

 

Aufgießer G. lies uns auch an einem Ozean-Aufguss teilhaben. Leider fand auch dieser Aufguss in der Rosensauna statt. Dennoch war es ein unbeschreibliches akustisches Erlebnis, welches wir in dieser Form noch nicht kennen gelernt hatten. Wer sich darauf einließ, wurde auf eine schöne Reise mitgenommen. Ein großes Dankeschön dafür!

 

Einen schönen Abschluss erhielten wir beim Aufguss um 21 Uhr. Ein junger Mitarbeiter goss Royal auf und ließ den Fächer über den Gästen schweben.

Auch in der Südpfalz-Therme hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass man nach dem Aufguss bitte nicht die eigenen Körpersäfte durch Klatschen auf die anderen Gäste bzw. das Holz verteilt. Wenn es einem gefallen hat und man dies unbedingt zum Ausdruck bringen möchte, wird bitte auf das Handtuch geklopft. Nur das ist hygienisch!

 

Lobend muss erwähnt werden, dass bei den Aufgüssen in den Außensaunen grundsätzlich vorher sehr gut durchgelüftet wird.

Der schon weiter oben erwähnte Nassbereich in hörbarer Nähe der Rosensauna glänzt nicht nur mit einem Tauchbecken, einem an der Wand hängenden Wasserkübel, sondern auch mit einem in dieser Preiskategorie nicht zu erwartenden Eisspender. Das ist wirklich vorbildlich! Von den links und rechts neben dem Wasserkübel befindlichen Schwallduschen war leider nur eine in Betrieb. Der Schwall war zudem nicht der Rede wert. Ganz anders dagegen die übrigen Duschen, die ausreichend kühles Nass spendeten.

 

Auch im Außenbereich sind zahlreiche Duschen vorhanden, die sogar warmes Wasser spenden. Auch im Außenbereich befindet sich ein Tauchbecken. Ein Pool zum Schwimmen befindet sich aufgrund der Architektur weder innen noch außen. Hierzu kann der Gast dann den Badebereich besuchen.

 

Das Eis des Eispenders sollte auf keinen Fall in den Mund genommen werden. Wir konnten beobachten, dass einige Gäste sich direkt vor dem Spender mit dem Eis abrieben und die Reste dann wieder zurück in den Bottich gaben. Man fragt sich, was für Leute unterwegs sind.

 

In einem weiteren Nassbereich sind zahlreiche Duschen, unter denen man sich reinigen kann. Hier befinden sich auch hinter einer Tür (Männer) ein Sitz-WC und ein Urinal. An gut besuchten Tagen (wie zum Beispiel bei diesem Event) zeigte sich dann, dass (faktisch) ein WC nicht ausreicht. Auch im Nassbereich für die Damen befindet sich nur ein WC. Eine Tafel informiert, wer wann zuletzt gereinigt hat.

Hier werden dem Gast verschiedene Möglichkeiten angeboten. Zum einen ist da der Kurzzeitaufenthaltsbereich, der ohne akustische Trennung nur unweit von Whirlpool und Nassbereich ist. Ruhe findet der Gast hier nicht.

 

Gleich gegenüber befindet sich ein ausgewiesener Schlafraum, auf dessen Tür sogar noch für jeden erkennbar ist, dass man sich hier bitte sehr leise verhalten soll (sehr gut). Tatsächlich ist dieser Raum kaum eine Empfehlung. Der Raum ist überhitzt. Die Lüftung war nicht wahrnehmbar und das Wasser lief einem vom Kopf beim bloßen Aufenthalt in diesem Raum. Nur selten konnte man sich hier über Ruhe freuen. Wie selbstverständlich nahmen einige Gäste Tageszeitungen in die Hand und blätterten lautstark damit herum. Auch Zeitschriften-Leserinnen ließen die anderen Gäste immer wieder hören, wenn die Seite umgeschlagen wird. Dass bei dieser Geräuschkulisse sich dann auch das ein oder andere Gespräch entfaltete, musste als gegeben hingenommen werden.

 

Die links und rechts der Eingangstür des Schlafraumes befindlichen Staufächer sind akustisch nicht vom Schlafraum abgekoppelt. Machten sich die Gäste im Laufbereich an den Staufächern zu schaffen, wurden die Gäste im Schlafraum darüber akustisch informiert.

 

Als 3. Möglichkeit verblieb dem Gast sich im Außenbereich in einem an sich sehr schönen Raum niederzulassen, der allerdings auch in mehrfacher Hinsicht negative Eindrücke hinterließ: ein unsagbar schlauer Mensch hat sich einfallen lassen, diesen Raum mit einer schweren Glasschiebetür zu versehen. Diese verursachte beim Öffnen und Schließen deutliche Geräusche. Eine normale Schwingtür wäre eindeutig die bessere Wahl gewesen. Manch schwache Damen hingen buchstäblich am Griff und begaben sich "auf große Fahrt". Man fragt sich zudem, warum direkt am Öffnungsbereich der Tür noch ein Blumenkübel steht, der den Weg hinein behindert. Ein wahrer Schildbürgerstreich!

 

Die Tür musste auch immer wieder geschlossen werden, da der Raum beheizt wurde. Die beiden Heizstrahler an der Decke schalteten sich aber regelmäßig wieder aus. Eine akzeptable Wärme war hier nicht zu erreichen. Insbesondere viele weibliche Gäste flohen aus dem Raum, weil es zu kalt war.

 

Eine elementare Gefahr für die Gesundheit sind die hier aufgestellten Schaukelliegestühle. Es ist schon nahezu unmöglich sich auf diesen niederzulassen bzw. sich hiervon zu erheben, ohne dass dieselben in unkontrollierbare Bewegung geraten. Gerade bei den Schaukelliegestühlen, auf denen sich 2 Personen niederlassen können, besteht die Gefahr, dass die noch stehende Person fahrlässigerweise ihre Füße unterhalb der Füße der Schaukelliege hat während sich die andere Person niederlässt oder aufsteht. Mehrfach konnten wir beobachten, wie die Schaukel auf die Füße herniedersauste und schmerzverzerrte Gesichter hervor rief, während die andere Person erfreut darüber war endlich den Körper auf der Liege positioniert zu haben oder sie ohne weiteren Unfall verlassen zu haben. Die Bauart der Schaukelliegen kann immer wieder zu Verletzungen führen. Hierfür sollte dringend ein Hinweisschild angebracht werden.

 

Wer in diesem Raum lesen möchte, sollte sich auf jeden Fall einen Platz am Fenster sichern. Schön wäre es gewesen, wenn Leselampen für die anderen Plätze montiert würden, so dass auch dem lesenden Gast die Möglichkeit gegeben wird den Lesefreuden zu frönen.

 

Insgesamt mögen die Möglichkeiten sich niederzulassen ausreichend sein. An unserem Tag mit einem Event waren allerdings die Grenzen erreicht. Da das Wetter zudem sehr unfreundlich war, wussten viele Gäste schlichtweg nicht wo sie sich niederlassen sollten und irrlichterten herum.

Wir hatten an diesem Tag einen Obsttag eingelegt. Der Blick auf die Karte war indes schon verlockend.

Hier ist wenig zu sagen. Alles wirkt sehr gepflegt und ansprechend.

Im Ruheraum im Außenbereich fehlt eine Uhr. Die Südpfalz-Therme bietet sicherlich noch weitere Möglichkeiten der Erholung und Entspannung wie zB. die Totes-Meer-Salzgrotte. Indes: wir hatten an diesem Tag keine Gelegenheit diese weiter zu erforschen.

 

Lobend möchten wir erwähnen, dass sich im Außenbereich Liegen verschiedener Art befinden. So konnten wir Liegen entdecken, die aufgrund ihrer höheren Position für ältere Menschen besonders angenehm sind.

Zum Teil planerisches Unvermögen und Schulungsbedarf beim Personal lassen diese Anlage bei an sich sehr guten Voraussetzungen und einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis am Ende nur einen leicht besseren als mittleren Platz belegen.

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