76332 Bad Herrenalb, Siebentäler-Therme

Kostenfreie Parkplätze direkt vor dem Eingang

9-22 Uhr

Tageskarte 15,50 € - aus unserer Sicht gerade noch akzeptabel. Wir wurden freundlich begrüßt und eingewiesen.

Tageskarte 15,50 € - aus unserer Sicht gerade noch akzeptabel. Wir wurden freundlich begrüßt und eingewiesen.

Finnische Sauna, Sanarium, Dampfbad, Schwarzwaldsauna

 

Wer an seinem Allerwertesten Hornhaut hat, sollte auf jeden Fall das Dampfbad besuchen. Die Sitzflächen sind derart rau und mit tiefen Furchen versehen, das nach nur wenigen Hin-und Her-Bewegungen die ungeliebte Hornhaut aufgeben muss. Vor dem Hintergrund, dass in anderen Anlagen die Sitzflächen in höchstem Maße glatt poliert sind, stellt sich die Frage, ob die hier vorgefundenen Sitzflächen auch hygienischen Ansprüchen genügen. Schließlich herrscht in Dampfbad ein für die Keim- und Bakterienentwicklung angenehmes Klima. Die rauen Oberflächen begünstigen nahezu den Aufenthalt ungeliebter Gäste, die sich auf diesem Weg auch ideal verbreiten können.

 

Die Schwarzwaldsauna überrascht mit Tannenzweigen auf dem Boden. Nach jedem Türöffnen ist es aber schnell kalt. Einige Gäste haben - nach Wärme suchend - den Ofen betastet. Leider ohne Erfolg, sie sind frustriert wieder gegangen.

Die Aufgüsse finden regelmäßig zur vollen Stunde statt. Ein Aufgussplan fehlt. Stattdessen findet der aufmerksame Besucher einen Plan für die Zeiten zur Wassergymnastik im Saunabereich. Das ist thematisch abgestimmt und überzeugt. Ebenso ist am 03.12.2011 noch der Aushang an der Wand, das am 02.12.2011 die Sauna aus betrieblichen Gründen früher schließt.

 

Wie so oft ist die Qualität der Aufgüsse abhängig vom ausführenden. Wir hatten leider überwiegend das Pech, dass der Aufguss von der ausführenden Dame eher als eine ihrer weiteren Tätigkeiten begriffen wurde als denn stündlicher Höhepunkt ihrer Dienstleistung am zahlenden Kunden. Jeder Aufguss umfasste ff. Ankündigung: "Hallo, als Aufguss habe ich xy-Duft.“ Das war‘s. Mehr wurde nicht gesprochen. Es fehlten die üblichen obligatorischen Hinweise als auch der Wunsch für ein schönes Miteinander. Das ist eindeutig zu wenig.

 

Aufgegossen wurden zwischen 3 bis 5 Löffeln bei circa 3 bis 4 Durchgängen. Selbst auf der obersten Bank konnte man es gut aushalten. Bauart bedingt ist die finnische Sauna doch recht niedrig. Auf der obersten Bank, die zudem recht tief ist, hat vielleicht schon der eine oder andere Platzangst. Die niedrige Raumhöhe störte die Aufgussdame jedoch nicht. Mit stoischer Ruhe ließ sie das Handtuch immer wieder gegen die Decke knallen. Der von ihr konsequent eingehaltene Rhythmus ließ den Dahinschwitzenden schon im Innern mitzählen. Tak-Tak, Tak-tak … Gipfel unseres Besuches war der Aufguss um 17 Uhr. Der versprochene Kirsch-Minze-Duft war nicht wahrnehmbar.

 

Lediglich um 15 Uhr hatten wir Glück. Die eingetroffene personelle weibliche Verstärkung hat alles gegeben, was irgend möglich war. Ein wirklich guter Aufguss!

 

Unregelmäßig gab es zum Ende des Aufgusses einen kleinen Erfrischungsstrunk in der Sauna. Der war lecker und hochwertig.

 

Nur gegen ein gesondertes Entgelt können aufgesucht werden die Heu-Kraxenstube und das Heilerdedampfbad. Beide befinden sich im Erdgeschoss.

Direkt neben der finnischen Sauna befand sich eine Dusche, leider defekt. Darüber hinaus gab es zahlreiche Duschen und Abkühlungsmöglichkeiten wie zB. ein Wassertretbad, einen Eisspender und 2 Trinkbrunnen. Letzteres ist eher selten und muss daher gelobt werden.

Von Ruheräumen kann hier leider nicht die Rede sein. Zwischen dem Umkleidebereich und dem Zentrum des Geschehens im Erdgeschoss des Saunabereiches befindet sich ein Durchgangsraum, indem durch Sichtschutz ein Ruheraum abgetrennt wurde. Für den Gast stellt sich die Frage, warum nicht eine leichte Wand mit Tür montiert wurde, damit der Ruhe suchende Gast tatsächlich auch Ruhe erleben kann. Geheizt wird dieser Raum im übrigen mit zwei strombetriebenen Heizlüftern, die in regelmäßigen Abständen anspringen. Ökologisch ist das nicht.

 

Sehr gut: Eine Uhr infomiert über die Zeit - Gongs etc. für den nächsten Aufguss gibt's ja nicht.

 

In diesem Raum fehlt die Möglichkeit Handtücher aufzuhängen. Das aufgebauteTaschenregal wurde dagegen nicht genutzt. Statt dessen türmen sich die Taschen im zentralen Bereich - toll.

 

Auch im Zentrum des Saunabereiches wurden Liegen aufgestellt. Hier unterhalten sich allerdings gern die Gäste, so dass auch hier keine Ruhe gefunden wird. Zudem dringen die Geräusche des Duschbereiches und des Tauchbeckens ungefiltert an das Ohr des Gastes.

Dem Gast auch kulinarisch etwas zu bieten, ist nicht Aufgabe dieser Anlage. Offensichtlich der überwiegenden Mehrzahl der (Kur-)Gäste ist es geschuldet, dass lediglich ein kleiner Kiosk vorhanden ist, an dem sich der Gast mit einer Kürbiscremesuppe, einer Brezel oder einem Cappuccino versorgen kann. Wir haben davon Abstand genommen.

Neben der finnischen Sauna befindet sich ein Abstieg in einen circa 20 m² großen Bereich, der allenfalls zum Abkühlen an frischer Luft dienen kann. Der Bereich ist nett eingefasst von Bambusgehölzen. Vom Obergeschoss aus kann die Dachterrasse mit vielen Liegemöglichkeiten gesucht werden. Dort befindet sich auch der Whirlpool.

Jeweils nur eine Toilette befindet sich im Erdgeschoss der Sauna. Das ist eindeutig zu wenig. Bei den Herren fehlt ein Urinal. Der Klickrahmen für den Reinigungsplan ist zwar vorhanden, es fehlt jedoch der Plan selbst. Stattdessen wird der Gast darüber informiert, dass permanent für Sauberkeit gesorgt wird. Sollte doch mal etwas zu beanstanden sein, möge man sich bitte melden. Im Sinne von Transparenz und nachvollziehbar gelebter Hygiene ist es ein unmöglicher Zustand den Gast nicht darüber zu informieren, in welchen Zeitabständen die Reinigung der Toiletten vorgenommen wurde.

 

Auf der Damentoilette fehlte den ganzen Tag über Seife im Spender. Hier ist also fraglich, ob tatsächlich in regelmäßigen Abständen die Toiletten inspiziert oder gar gereinigt werden.

 

Das Obergeschoss wie auch 2 weitere Räume im Erdgeschoss dienen nahezu ausschließlich dem Anwendungsbereich. Hier kann der Gast gegen ein gesondertes Entgelt Massagen etc. in Anspruch nehmen. Zumindest gefühlt hat dieser Bereich von der Fläche her ein größeres Ausmaß als der Bereich, den der Gast mit seinem Eintrittsgeld besuchen darf. Bei unserem Besuch herrschte aber nahezu „tote Hose“. Es stellt sich daher die Frage, warum dem Eintritt zahlenden Gast nicht mehr geboten wird.

 

Zum Lesen wird den Gästen viel geboten: zahlreiche kostenlose Mitteilungsblätter der Stadt oder der Stadtwerke liegen stapelweise aus. Inhaltlich haben diese Blätter kaum etwas zu bieten. Der Anzeigenteil der örtlichen Unternehmen überwiegt deutlich. Als in den späten Nachmittagstunden auf dem Tisch beim Kneipbad nur noch wenige Zeitungen lagen, türmte sich dort nur wenige Minuten später ein ca. 20cm hoher Stapel wie ihn der aufmerksame Spaziergänger von Bushaltestellen kennt, wo sich die Verteiler ihre Ladungen abholen. Mit Ästhetik hat das hier aber nichts zu tun, wohl eher mit Faulheit.

 

Positiv muss angemerkt werden, dass auch vereinzelt Belletristik angeboten wird.Herzlich gelacht haben wir beim Lesen in Frizz über das Radio am Morgen.

 

Insgesamt schien uns der Sauna-Bereich personell unterbesetzt. Von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr war lediglich eine Dame zugegen. Diese hatte nicht nur die Aufgabe die Fit-Bar im Obergeschoss zu besetzen, sondern auch für Ordnung und Sauberkeit sowie den stündlichen Aufguss zu sorgen. An einem Samstag, der auch berufstätige Gäste anlockt, ist das eindeutig zu wenig.

 

Der abschließend von uns noch besuchte Badebereich schien uns von der Aufmachung sehr viel gehobener als der Sauna-Bereich. Angenehme Musik, eine schöne Beleuchtung und eine interessante Architektur sprechen für sich. Leider konnten wir nicht erkennen, dass ab einer bestimmten Uhrzeit die Sauna-Gäste textilfrei schwimmen gehen können. Das wäre zu wünschen.

Für uns war der Besuch eher enttäuschend als denn ein Erlebnis. Um kurz nach 11 Uhr angereist, haben wir schon um 17 Uhr unsere Sachen gepackt. So schnell haben wir eine Anlage noch nicht wieder verlassen.

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