38707 Altenau, Kristalltherme Heißer Brocken

Ausreichend kostenfreie Parkplätze. Sogar an Wohnmobilisten wurde gedacht.

 

So - Do:                  9 - 22 Uhr

 

Fr + Sa:                  9 - 23 Uhr

 

Die Tageskarte kostete am 07.12.2018 26,50 €. Im Nachhinein finden wir den Preis für die dargebotenen Leistungen zu hoch. Erst auf Anfrage wurden wir eingewiesen. Und das in einem Kurort, wo immer mit Touristen gerechnet werden muss. Service sieht anders aus. Ausgehändigt erhält man eine Papierkarte für den Schrank, in dem ein vorzeitlicher Schlüssel steckt.

In der Sammelumkleide gehen Männer und Frauen gemeinsame Wege.  Kabinen sind vorhanden. 

Innen: Mega-Brocken-Sauna 95 °C (Obergeschoss), Dr. Eisenbarth-Sauna 95 °C, Altenauer-Pfeffer-Sauna 85 °C, Kräuter-Mistel-Sauna 70 °C, 2 Dampfsaunen (Untergeschoss)

 

Außen: Fichten-Sauna 90 °C, Harz-Quarz-Sauna 100 °C

Alle Saunen sind in einem sehr guten Zustand. In der jüngst gebauten Mega-Brocken-Sauna fehlen oberhalb der obersten Bank Rückenlehnen.

Übersichten der Aufgüsse finden sich überall, wo der Gast sie auch erwartet und als Handreichung – sehr lobenswert.

 

Die Aufgüsse sind uneinheitlich und enttäuschen:

  • Nicht jeder Aufgießer stellt sich vor.
  • Stammgäste plappern ungeniert und den Aufgießern ist es egal. Zur Erinnerung: Altenau ist ein Kurort und nicht Palma de Mallorca.
  • Bei Aufgüssen mit Musik liefern sich die (Stamm-)Gäste mit dem bassdominanten Ghettoblaster einen Wettbewerb der Laustärke und schwatzen, was das Zeug hält.
  • Die Grundsätze deutscher Saunakultur werden in diesem Kurort auf den Kopf gestellt. Entspannungsaufgüsse (mit Musik) sucht der Gast hier vergebens. Der Aufgießer als Feind von Ruhe und Entspannung – unfassbar. Statt dessen finden ohrenbetäubende Lärmaufgüsse statt, in denen gegrölt und im Rhythmus geklatscht wird. Willkommen am Ballermann.

 

Auch hier ist den Gästen gänzlich unbekannt, dass Klatschen nach dem Aufguss völlig out ist:

 

Geklatscht wird unnötigerweise auch noch nach jedem Teilaufguss – also 3 Klatschorgien in einem Aufguss.

Innen befindet sich im Nassbereich nur eine warme Dusche. Wer als Paar aus der Dampfsauna kommt und sich das Salz von der Haut waschen möchte, steht dumm da oder geht weiter in den WC- und Duschbereich. Toll ist das nicht.

 

Außen ist an den Saunen gar keine Dusche, nur am Hexen-Zuber. Der Strahl dort ist so optimal eingestellt, dass Gäste im Hexen-Zuber bei leichter Windlage das Duschwasser ins Gesicht gespritzt bekommen.

 

Obwohl ein Eisspender vorhanden ist, konnte nicht erkannt werden, ob auch die Gäste darauf zugreifen können – an den hohen Eintrittspreis sei erinnert.

 

Die Schwäche im Nassbereich im Erdgeschoss ist die Stärke des Nassbereiches im Obergeschoss. Highlight dort: Kaltduschen mit Zugkette im Laufbereich – wirklich toll!

Im Erdgeschoss findet der Gast eine Art Wintergarten. Im Obergeschoss teilen sich Nassbereich und Ruhebereich den Raum – architektonisch nicht zu Ende gedacht. Warum wird der Ruhebereich nicht mit Glaswänden akustisch abgetrennt? Zum Lesen ist dieser Raum ungeeignet, hat man keinen Ebook-Reader dabei. Die abgespielte Musik ist etwas zu laut um zu entspannen oder gar einzunicken.

Viele Gäste liegen im zentralen Bereich im Erdgeschoss. Ruhe findet man dort kaum.

Üppig mit Personal ausgestattet werden kulinarisch interessierte Gäste rasch bedient. Die Speisen kommen ebenso schnell auf den Tisch. Die Portionen sind groß, fair bepreist und es schmeckt. Das Radler 0,5 kostet günstige 2,90 €. Selten zu sehen und hier kreativ – eine Eiskarte.

Zu erwähnen ist hier die üppige Dachterrasse, die aber wie auch das Obergeschoss, nur per Treppe erreichbar ist. Es sei daran erinnert, dass die Anlage in einem Kurort ist, dem auch Ältere und nicht so gut Fußläufige zu Gast sind.

Die lobenswerte Gastronomie kann sich die Therme nicht zu Eigen machen – sie wird nicht von der Therme betrieben. Daher verbleibt nach enem zu hohen Eintrittspreis, enttäuschenden Aufgüssen und mäßigem Ruhegenuss im Obergeschoss nur eine befriedigende Endnote – zugegeben wie immer ein subjektiv.

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